Thailändischer Putsch-Gegner auf Kaution freigelassen
Bangkok (APA/AFP) - Nach fast einem Monat im Gefängnis ist ein thailändischer Aktivist, der eine Kampagne gegen den Militärputsch Ende Mai i...
Bangkok (APA/AFP) - Nach fast einem Monat im Gefängnis ist ein thailändischer Aktivist, der eine Kampagne gegen den Militärputsch Ende Mai initiiert hatte, auf Kaution freigelassen worden. Der wegen Computerverbrechen und Missachtung der Justiz angeklagte Sombat Boonngamanong sei entlassen worden, sagte der zuständige Ermittler am Mittwoch.
Allerdings sei der Aktivist sogleich zu einem weiteren Verfahren wegen Beleidigung der Monarchie in der nordöstlichen Provinz Roi Et gebracht worden, hieß es weiter. Sombat bestreite die Vorwürfe und beteure, er habe die Monarchie nicht beleidigen wollen.
Sombat ist einer von mehreren hundert Politikern, Aktivisten und Journalisten, die nach dem Putsch vom 22. Mai vor Gericht geladen wurden. Der Anhänger der gestürzten Ministerpräsidentin Thaksin Shinawatra weigerte sich aber, sich der Polizei zu stellen und schrieb auf Facebook: „Fangt mich, wenn ihr könnt.“ Zugleich rief er dazu auf, friedliche Proteste gegen die Militärjunta mit dem Drei-Finger-Zeichen aus der Filmreihe „Die Tribute von Panem“ zu organisieren, das in Thailand zum Symbol des Widerstands geworden ist.
Letztlich wurde Sombat aber festgenommen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, er sei während der Haft gut behandelt worden. Er dürfe sich bis zu seinem Prozess aber nicht mehr politisch betätigen. Der Militärputsch in Thailand war auf wochenlange gewaltsame Proteste der konservativen Opposition gefolgt, die die Einsetzung eines nicht-gewählten Volksrats forderte. Gegner werfen dem Militär vor, schon lange einen Staatsstreich geplant zu haben, um die Anhänger von Yinglucks Vorgänger und Bruder, Thaksin Shinawatra, auszuschalten, der 2006 selbst vom Militär gestürzt worden war.
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