Gesellschaft

Schmankerln in der Altstadt sind für heuer gegessen

Das notwendige Behördenverfahren war den teilnehmenden Betrieben von „Die Schwazer Altstadt kocht auf!“ zu aufwändig.

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Im letzten Sommer entstand in der Innenstadt ein Kulinarikprogramm der besonderen Art. Unter dem Motto „Die Schwazer Altstadt kocht auf!“ wurden in der Franz-Josef-Straße täglich unter freiem Himmel frisch gekochte Schmankerln aus sechs Betrieben angeboten.

Doch heuer wartet man vergeblich darauf. „Es wurde uns von der Gewerbebehörde untersagt. Sehr schade, denn meine Kaspressknödel sind wirklich gut angekommen“, erklärt Hansjörg Mauracher vom „Bauernladen“. Zusammen mit dem „Metzgerwirt“, der „Zillertaler Sennerei“, „Onkel Tom’s Kiachl“, „Michaels Obstoase“ und dem „Lina’s“ hat der „Bauernladen“ an dem Projekt der Stadt Schwaz mitgemacht und jeder konnte einmal pro Woche seine Spezialitäten anbieten. „Diese Aktion wurde letztes Jahr wirklich sehr schnell von uns ins Leben gerufen. Obwohl es gut funktioniert hat, konnten wir das Projekt nur für ein Jahr anlegen, da entsprechende Genehmigungen für das Kochen im Freien fehlten“, berichtet Martin Wex, Schwazer Vizebürgermeister. Laut Wex sei die Silberstadt nach wie vor für das Projekt, die Betriebe müssten allerdings für die entsprechenden Genehmigungen ansuchen. „Das war eine tolle Sache. Schade, dass es heuer nicht mehr klappt“, sagt Wex. Manfred Berkmann (Stadtmarketing) sieht das genauso.

Die Betriebe müssten für das Projekt für eine so genannte Betriebsanlagengenehmigung ansuchen. Laut René Winkler von der Bezirkshauptmannschaft Schwaz sei dieses Ansuchen unproblematisch. „Natürlich kann es von Fall zu Fall unterschiedlich sein, aber prinzipiell ist das Verfahren Standard. Es ist zudem weder mit einem sonderlich großen Aufwand verbunden noch mit hohen Kosten. Das Ansuchen kostet nur ein paar Euro und auch sonst fällt nicht viel an“, erklärt Winkler. Allerdings sei damit für einige Betriebe ein neuerliches Genehmigungsverfahren für die gesamte Betriebsanlage verbunden, ergänzt sein Mitarbeiter Christoph Wurzer.

„Wer macht denn schon eine Gewerberechtsverhandlung, um einmal pro Woche vor dem eigenen Geschäft eine Pfanne aufzustellen? Dieses Ansuchen ist mit einem riesen Aufwand verbunden und natürlich auch mit hohen Kosten“, meint Mauracher. Bisher hat nur einer der Betriebe die Genehmigung in der Tasche: „Onkel Tom’s Kiachl“. Ihm ist allerdings ohne eigenen Geschäftsladen quasi nichts anderes übrig geblieben. Aber auch er verkauft seine frischen Kiachl nicht mehr unter freiem Himmel in der Altstadt, sondern ist zu den Schwazer Stadtgalerien übersiedelt.