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Alt, schief, aber urgemütlich

Hohe Räume, Bücher, Bilder, alte Vollholzmöbel, massive Parkettböden, viele Sammlerstücke – die 120-Quadratmeter-Wohnung von Claudia Lugger in der Innenstadt trägt die Handschrift der früheren und jetzigen Bewohner.
© Hörhager

Claudia Lugger, die engagierte Obfrau der Schlossbergspiele Rattenberg, wohnt mit ihrem Partner Werner Klikova in einem der markantesten Häuser im Zentrum von Rattenberg.

Von Peter Hörhager

Rattenberg – 46 Stufen bis zur Wohnungstüre – die halten fit. Und Fitness braucht sie derzeit, die Claudia Lugger, die Obfrau der Schlossbergspiele Rattenberg. Derzeit läuft ihre 12. Produktion: „Philippine Welser – Schöne Herzogin“ nach Emanuel Schikaneder und in einer Fassung von Elmar Drexel. Nach mehr als 60 Proben war am 28. Juni Premiere, heute Samstag steht die vierte von 21 Aufführungen auf dem Programm.

In der Wohnung ist unschwer zu erkennen, dass hier Theatermacher wohnen. Programmhefte, Fotobücher der früheren Produktionen, Pressetexte, Berichte in den verschiedenen Medien, Unterlagen für die nächstjährige Produktion (Anm.: „Der Schinderhannes“ nach Carl Zuckmayer) – Claudia Lugger und ihr Partner Werner Klikova tragen alles zusammen, sichten, ordnen, dokumentieren, sie trägt außerdem die Last der Hauptorganisation. Wobei, es sei nicht unerwähnt, beide auch auf der Bühne stehen: Sie diesmal in einer Nebenrolle im „Volk“, er als Innsbrucker Wirt. „Und meine Tochter Johanna spielt die Hauptrolle, verkörpert also die Philippine Welser“, betont Claudia Lugger nicht ohne Stolz. Nachsatz: „Die Johanna stand schon mit sieben das erste Mal auf der Bühne.“ Sie selbst war elf, bringt es also bereits auf 49 Theater-Dienstjahre. Die Schlossbergspiele feiern heuer übrigens 60-Jahr-Jubiläum, wobei anzumerken ist, dass auch der Papa von Claudia Lugger schon Obmann war.

Hohe Räume, Bücher, Bilder, alte Vollholzmöbel, massive Parkettböden, viele Sammlerstücke.
© Hörhager

Und damit sind wir wieder beim Wohnraum. Dr. Volkmar Wieser war nämlich Stadtarzt von Rattenberg, dem im zweiten Stock des Hauses im Zentrum der Stadt einst diese Wohnung zugeteilt wurde. Es ist ein Haus mit (200-jähriger) Geschichte als Schule, Postamt und Gasthof. An der Wohnungsstruktur hat sich bis heute nichts geändert und auch viele frühere Einrichtungsgegenstände sorgen für die ganz spezielle Atmosphäre. Bücher (die Sammelleidenschaft des Vaters hat auch die Claudia geerbt), der massive Parkettboden, die an den hohen Wände platzierten Bilder, Vollholzmöbel (die Kredenz erhielten die Eltern der Claudia zur Hochzeit), die Türen – vieles stammt noch von der vorigen Generation. „Aber logischerweise gab es Renovierungen, die Wohnung besaß ursprünglich kein Bad, keine Heizung, auch die Fenster mussten getauscht werden und als letzte Errungenschaft haben wir eine neue Wohnlandschaft gekauft“, erklärt die gelernte (und praktizierende) Physiotherapeutin. „Geblieben sind allerdings die schiefen Wände und die leichte Neigung der Böden.“ Gibt es Lieblingsgegenstände? „Die ganze Wohnung ist mein Lieblingsgegenstand – ich mag sie so, wie sie jetzt ist“, betont Claudia Lugger unter dem zustimmenden Nicken von Werner Klikova.

Die 120-Quadratmeter-Wohnung von Claudia Lugger in der Innenstadt trägt die Handschrift der früheren und jetzigen Bewohner.
© Hörhager