Irans Außenminister will mit Atomabkommen „Geschichte schreiben“

Teheran (APA/AFP) - Kurz vor Beginn der vermutlich entscheidenden Gesprächsrunde zum iranischen Atomprogramm hat sich der Außenminister des ...

Teheran (APA/AFP) - Kurz vor Beginn der vermutlich entscheidenden Gesprächsrunde zum iranischen Atomprogramm hat sich der Außenminister des Irans öffentlich zu Wort gemeldet. Der Iran und die großen Weltmächte hätten mit einer Einigung zur Atomfrage „die Gelegenheit, Geschichte zu schreiben“, sagte Mohammed Jawad Zarif am Mittwoch in einer Videobotschaft auf dem Internetportal YouTube.

Teheran sei willens, „Maßnahmen zu ergreifen, um zu garantieren, dass unser Atomprogramm immer friedfertig sein wird“. Konkret wurde Zarif dabei allerdings nicht.

In Wien beginnen am Donnerstag die Verhandlungen zwischen Vertretern Irans und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte plus Deutschland über ein endgültiges Atomabkommen. Dieses soll die im November geschlossene Interimsübereinkunft ersetzen, die am 20. Juli ausläuft. Beide Seiten lobten die bisherigen Gespräche als „positiv“ und „konstruktiv“, doch blieben die inhaltlichen Differenzen groß. Das angestrebte Abkommen soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie ermöglichen. Zugleich soll es aber langfristig verhindern, dass Teheran Atomwaffen entwickelt.

Zarif sagte nun, ein Abkommen würde „die unnötige Krise beenden, die uns davon abgehalten hat, gemeinsame Herausforderungen anzugehen“. Als Beispiel dafür nannte er die Krise im Irak. Ferner machte Zarif den früheren US-Präsidenten George W. Bush für den Stillstand vergangener Jahre verantwortlich. Ein Abkommen sei bereits im Jahr 2005 möglich gewesen, jedoch von Bush „torpediert“ worden. Stattdessen habe die US-Regierung damals auf Sanktionen gesetzt. „Noch haben wir Zeit, mit dem Mythos aufzuräumen, wonach der Iran die Bombe bauen will“, sagte Zarif.

+++ Die Video-Ansprache im Internet: http://www.youtube.com/watch?v=16VIQ6LJCt8 +++