Bis zu 45 Tote bei Kämpfen in schiitischer Pilgerstadt Kerbela

Bagdad (APA/Reuters) - Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern eines radikalen Geistlichen und irakischen Sicherheitskräften sind in der für S...

Bagdad (APA/Reuters) - Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern eines radikalen Geistlichen und irakischen Sicherheitskräften sind in der für Schiiten heiligen Stadt Kerbela bis zu 45 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Ausschreitungen kam es, als die Beamten in der Nacht Gefolgsleute von Mahmoud al-Sorchi festnehmen wollten, wie aus Sicherheitskreisen am Mittwoch verlautete.

Sie hätten Straßensperren und Kontrollposten im Viertel des Geistlichen errichtet. Hintergrund ist ein Streit unter Schiiten über das Vorgehen gegen die sunnitische Extremistengruppe ISIS, die sich in Islamischer Staat umbenannt und ein Kalifat ausgerufen hat. Die Organisation beherrscht weite Teile des Nord- und Westiraks. Der von vielen Irakern verehrte Geistliche Ali al-Sistani hatte die Schiiten aufgefordert, zusammen mit den Streitkräften gegen die Aufständischen zu kämpfen. Dafür wurde er von Al-Sorchi kritisiert.

Wie aus den Sicherheitskreisen weiter verlautete, umstellten Polizisten und Soldaten Al-Sorchis Haus. Bewaffnete Anhänger des Geistlichen hätten sie daran gehindert, in das Gebäude zu gelangen. Dann sei es zu sechsstündigen Kämpfen gekommen. Fünf der 45 Toten waren demnach Polizisten. Den Angaben zufolge konnte Al-Sorchi entkommen.