Sarkozy hält sich Rückkehr in Politik trotz Bestechungsvorwurf offen

Paris (APA/AFP) - Trotz der Bestechungsvorwürfe gegen ihn schließt Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy eine Rückkehr in die Politik nic...

Paris (APA/AFP) - Trotz der Bestechungsvorwürfe gegen ihn schließt Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy eine Rückkehr in die Politik nicht aus. „Ich bin nicht jemand, der sich durch Niederträchtigkeiten und politische Manipulationen entmutigen lässt“, sagte Sarkozy am Mittwochabend in einem Interview mit den Sendern TF1 und Europe 1.

Er werde „nach einer Zeit des Nachdenkens“ Ende August oder Anfang September über eine Rückkehr in die Politik entscheiden müssen. Seinem Land gegenüber habe „man keine Rechte, man hat Pflichten“.

Sarkozy, gegen den am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechung eines hohen Staatsanwaltes eingeleitet worden war, will im Herbst womöglich für den Vorsitz seiner konservativen Partei UMP kandidieren und im Jahr 2017 erneut für das Präsidentenamt antreten. Die Vorwürfe der Ermittler gegen ihn bezeichnete der 59-Jährige in dem Interview als „grotesk“ und das Vorgehen der Justiz als „skandalös“.

Sein Anwalt Thierry Herzog habe ihn zwar gebeten, sich in Monaco für den Staatsanwalt einzusetzen, sagte der frühere Präsident, der sich erstmals seit seiner Abwahl im Mai 2012 in einem Fernsehinterview äußerte. Das habe er aber nicht getan und der Jurist habe dort auch keinen Posten bekommen. „Wo ist also die Korruption?“, fragte Sarkozy. Er habe nie gegen „die republikanischen Prinzipien oder den Rechtsstaat“ verstoßen.

Er kritisierte eine „politische Instrumentalisierung eines Teils der Justiz“ und forderte indirekt die Ablösung einer der beiden Untersuchungsrichterinnen von dem Fall, die in einer linken Richtervereinigung tätig ist. Jeder habe das Recht auf einen „unparteiischen Richter“, sagte Sarkozy. Er werde Initiativen ergreifen, kündigte er mit Blick auf eine mögliche Beschwerde an. Dem sozialistischen Premierminister Manuel Valls und Justizministerin Christiane Taubira warf er vor, über ihr Wissen zum Abhören seines Telefons „gelogen“ zu haben.

Erstmals äußerte sich Sarkozy auch öffentlich zu einer weiteren Affäre, die derzeit seine konservative Partei UMP erschüttert und in der ebenfalls Ermittlungen der Justiz laufen. Dabei geht es um die Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfes 2012. Sarkozy soll das gesetzlich vorgeschriebene Limit um Millionen Euro überzogen haben, die falsch ausgestellten Rechnungen soll die Partei bezahlt haben. „Es geht nicht um meinen Wahlkampf“, versicherte er. Es habe „nie ein System doppelter Abrechnungen“ gegeben.