Palästinenser im Gazastreifen demonstrierten wegen Mord an Bub
Gaza/Jerusalem (APA/AFP) - Nach der Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen in Ost-Jerusalem haben am Mittwochabend tausende Demonstr...
Gaza/Jerusalem (APA/AFP) - Nach der Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen in Ost-Jerusalem haben am Mittwochabend tausende Demonstranten im Gazastreifen ihre Wut über das Verbrechen kundgetan. Zu der Massenversammlung, an der laut Reportern rund 3.000 Menschen teilnahmen, hatte die radikalislamische Hamas aufgerufen, die von Israel als Terrororganisation betrachtet wird.
Der ehemalige Hamas-Regierungschef Ismail Hanijeh rief zur Solidarität mit den Palästinensern im besetzten Westjordanland auf und forderte von der internationalen Gemeinschaft, gegen die „Verbrechen“ der Israelis vorzugehen. Am Mittwochmorgen war der 16-jährige Mohammed Abu Chdeir an einer Straßenbahnhaltestelle im arabischen Stadtteil Shuafat in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen worden, in dem Augenzeugen zufolge drei Israelis saßen. Einige Stunden später wurde seine übel zugerichtete Leiche im Westteil der Stadt an einem Waldrand entdeckt.
Das Verbrechen ereignete sich einen Tag nach der Beerdigung von drei jüdischen Religionsschülern, die ihrerseits im Westjordanland verschleppt und ermordet worden waren. In Jerusalem gab es daraufhin anti-arabische Ausschreitungen rechter Israelis und später dann gewaltsame Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei. Aus dem Gazastreifen wurden am Mittwochabend nach Angaben der israelischen Armee acht Raketen abgeschossen. Im Gegenzug habe das Militär eine Abschussrampe attackiert.
Die Europäische Union äußerte sich „extrem besorgt über die jüngsten Entwicklungen, die das Risiko einer Eskalation erhöhen“. Die Behörde der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton verurteilte die Ermordung des palästinensischen Jugendlichen und forderte, „die Verantwortlichen hinter dieser Tat müssen zur Rechenschaft gezogen werden“. US-Außenminister John Kerry führte ein Krisentelefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und rief beide Seiten dazu auf, „besonnen“ zu reagieren und die Täter vor Gericht zu bringen.
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