Chinas Dienstleister wachsen im Juni kräftig wie lange nicht mehr
Peking (APA/Reuters/dpa) - Die Dienstleistungsbranche in China ist im Juni so kräftig gewachsen wie seit 15 Monaten nicht mehr. Damit mehren...
Peking (APA/Reuters/dpa) - Die Dienstleistungsbranche in China ist im Juni so kräftig gewachsen wie seit 15 Monaten nicht mehr. Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA stabilisiert.
Der Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC und des Forschungsinstituts Markit für die chinesischen Dienstleister stieg nach Angaben vom Donnerstag auf 53,1 Punkte, nachdem es im Mai nur 50,7 Zähler waren. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum. Zuletzt hatte es in der Industrie bereits eine Erholung gegeben.
Auch Regierungsdaten aus China deuteten auf eine kräftige Ausweitung der Geschäftsaktivitäten im Service-Bereich hin. Hier fiel der entsprechende Index allerdings um einen halben Punkt auf 55 Zähler.
Die Dienstleistungsbranche steht für fast die Hälfte der Wirtschaftskraft und der Jobs in der Volksrepublik. Weil die kommunistische Regierung des Landes die Wirtschaft unabhängiger von Exporten machen will, wird bei den Dienstleistern auch in den nächsten Jahren mit anhaltendem Wachstum gerechnet.
China lockert zudem die Kontrolle des Wechselkurses der chinesischen Währung ein Stück weiter. Banken wird mit sofortiger Wirkung erlaubt, den Wechselkurs des Yuan (auch Renminbi) gegenüber dem US-Dollar mit Kunden auf der Grundlage der Marktnachfrage auszuhandeln. Das berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua in der Nacht auf Donnerstag unter Berufung auf die Währungsaufsichtsbehörde.
Der Wechselkurs wird allerdings weiter maßgeblich vom Interbankenmarkt geleitet, wo die Zentralbank jeweils mittags einen Wert festlegt, um den der Kurs nur um jeweils zwei Prozent nach oben oder unten schwanken darf. Die Handelsspanne war im März von einem Prozent verdoppelt worden.
Beobachter wiesen darauf hin, dass die Lockerung vor allem kleinere Kunden der Banken betrifft. Für Privatkunden gelten auch weiter Beschränkungen, wie viele US-Dollar im Jahr gekauft werden dürfen. Die Lockerung ist dennoch ein weiter Schritt auf dem Weg zur angestrebten marktwirtschaftliche Liberalisierung des bisher streng kontrollierten Wechselkurses.
Ein größerer Spielraum für die chinesische Währung soll zu dem erklärten Ziel der neuen Führung beitragen, die Ressourcen in China durch Marktkräfte effizienter zu verteilen.
Kommentare