Gesundheit

Heilwasser mit Beipackzettel

VBM Karin Friedrich, BM Manfred Stöger, Adolf Mauracher, Dekan Franz Auer, Ernst Fleischhacker und Markus Kofler (von links).
© Zwicknagl

In Kramsach wurden der Thermalwasserbrunnen und der Heilwasserweg eröffnet. Offiziell ist das schwefelhaltige Wasser aus 1600 Metern Tiefe jedoch noch kein Heilwasser: Es fehlt der Behördensegen.

Von Walter Zwicknagl

und Wolfgang Otter

Kramsach –Ein Schild sorgte in Kramsach für ordentliche Verwirrung. Am neuen Heilwasserbrunnen verkündete es: „Kein Trinkwasser“. Dabei soll aber eigentlich das wertvolle Nass aus rund 1600 Metern Tiefe gesundheitsfördernd sein. Der Grund für den Hinweis ist ganz einfach: Es fehlt schlicht und einfach der nötige Bescheid der Behörde, dass es sich um Heilwasser handelt. Trotzdem wurde am Mittwochabend der Brunnen eröffnet. Der Behördensegen sei sich bis zur Feier eben nicht mehr ausgegangen, lautet die Erklärung des TVB.

Aber es ist im Ganzen Vorsicht geboten, das räumt man auch beim Tourismusverband als Projektbetreiber ein: Das nach faulen Eiern riechende, schwefelhaltige Wasser sollte nämlich nur in kleinen Mengen konsumiert werden. Direkt am Brunnen findet sich außerdem gewissermaßen ein schmiedeiserner „Beipackzettel“, dass unter gewissen Umständen das Wasser nicht getrunken werden soll. „Aber Wasser aus dem See oder Meer soll man ja auch nicht literweise trinken“, meint TVB-GF Markus Kofler, der an den Hausverstand appelliert. Obmann Adolf Mauracher vom TVB Alpbachtal Seenland, dem zehn Gemeinden angehören, dachte auf alle Fälle bei der Eröffnungsfeier schon weiter: „Wir haben jetzt einmal einen Schritt gesetzt und hoffen, dass damit die Verwertung des Heilwassers für viele interessant wird. Das kann von einer Abfüllanlage bis zur Einleitung in touristische Betriebe reichen.“ Für Manfred Stöger und Dekan Franz Auer, der den Brunnen segnete, ist die Bohrstelle mit dem neuen Brunnen ein Ort der Begegnung. Architekt Gerhard Hauser sorgte für die künstlerische Gestaltung des Brunnens. Die fünf Tonnen schwere Riesenschale wurde vom Kramsacher Kunsthandwerker Hans Guggenberger errichtet. „Mut gemacht hat uns für dieses Projekt Ernst Fleischhacker von Wasser Tirol. Es gab viele Puzzlesteine, alles in allem ist das für mich ein kleines Wunder“, ließ Mauracher seinen Emotionen freien Lauf. Auch gegen kolportierte Horrorzahlen wehrte sich Markus Kofler. „Der Betrag von 300.000 Euro dürfte wesentlich unterschritten werden“, war die Botschaft von Fleischhacker. Unter dem Motto „Kramsach erzählt“ waren der Brunnen und der Heilwasserweg für Schulen in den vergangenen Wochen ein Magnet. Rund 1000 Kinder bekamen Infos über das Heilwasser.

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