Privatisierte Schiffswerft Fincantieri debütierte an Mailänder Börse
Rom (APA) - Italiens staatliche Schiffswerft Fincantieri hat am Donnerstag an der Mailänder Börse debütiert. Dabei handelt es sich um die er...
Rom (APA) - Italiens staatliche Schiffswerft Fincantieri hat am Donnerstag an der Mailänder Börse debütiert. Dabei handelt es sich um die erste Privatisierung eines staatliches Unternehmens in diesem Jahr. Die Fincantieri-Aktie debütierte mit einem Preis von 0,78 Euro. Kurz vor dem Start meldete die Aktie ein Plus von lediglich 0,06 Prozent.
450 Mio. Aktien wurden platziert, 177 Mio. davon an institutionellen Anlegern. „Wir werden die 350 Mio. Euro, die wir durch die Notierung eingetrieben haben, fürs Wachstum nutzen. Vor zweieinhalb Jahren behaupteten viele, dass Fincantieri pleite sei. Heute gehen wir an die Börse“, sagte CEO Giuseppe Boni.
Die Privatisierung erfolgt über den staatlichen Mutterkonzern, die Holding Fintecna, die einen 99,3-prozentigen Anteil an der auf Kreuzfahrtschiffe spezialisierte Werft besitzt. Die Mehrheit der Holding Fintecna wird von der halbstaatlichen Förderbank „Cassa depositi e prestiti“ (CDP) kontrolliert. Unternehmenskreisen zufolge soll der Staat auch künftig die Mehrheit (51 Prozent) an Fincantieri halten.
Die in Triest beheimatete Werft mit 20.000 Beschäftigten und weltweit 21 Produktionsstätten setzte im Vorjahr 3,8 Mrd. Euro um und verdiente netto 85 Mio. Euro. Im Mai hatte Fincantieri von der italienischen Kreuzfahrtgesellschaft MSC Crociere einen Auftrag für den Bau von zwei Kreuzfahrtschiffen im Wert von 2,1 Mrd. Euro erhalten. Der Bau der beiden Kreuzfahrtschiffe - die größten, die Fincantieri jemals errichtet hat - soll einen Umsatz von 8 Mrd. Euro generieren.
Mit weiteren Privatisierungen hofft die Regierung in Rom insgesamt rund 15 Mrd. Euro zu erzielen. Noch in diesem Jahr sollen die Poste Italiane mit einem auf 10 bis 12 Mrd. Euro geschätzten Unternehmenswert verkauft werden. Auch die Flugkontrollgesellschaft Enav mit einem Schätzwert zwischen 1,8 und 2 Mrd. Euro wird veräußert.
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