Reitsport

Mit der Tarnkappe zur WM

Trotz Trubel beim heimischen Dressurturnier am Schindlhof kennt Evelyn Haim-Swarovski ein Mittel, wie sie der Jugend Paroli bieten kann.

Von Susann Frank

Fritzens – Natürlich blickt Evelyn Haim-Swarovski dem Jubiläum freudig entgegen, noch mehr freut sich die Hausherrin des 20. Manfred-Swarovski-Gedächtnisturniers jedoch über die Möglichkeit, die sich ihr ab morgen auf dem internationalen Vier-Sterne-Dressurturnier am Schindlhof bietet.

Die Fritzenerin kann sich daheim mit ihrer Stute Dorina für die Weltreiterspiele Ende August in Frankreich qualifizieren. Die am Schindlhof ebenfalls teilnehmende Victoria Max-Theurer, Österreichs Dressur-Aushängeschild, und die in Deutschland lebende Renate Vogelsang haben ihre Tickets schon in der Tasche.

Dort wüsste es Haim-Swarovksi auch gerne nach diesem Wochenende: „Es wäre mein großer Wunsch, wieder bei einer WM dabei zu sein.“ Wieder, weil sie 2006 im deutschen Aachen vor 35.000 Zuschauern das „Gänsehautgefühl“ der oftmals beschaulichen Kulisse bei Turnieren einsaugen durfte. Die Atmosphäre ist allerdings nicht ihr einziger Ansporn: „Ich will den Jungen zeigen, dass ich als älteres Semester noch sportlich mithalten kann“, sprudelt es aus der sonst eher zurückhaltenderen 59-Jährigen heraus.

Vier Anwärter für zwei freie Plätze

Für die zwei verbleibenden Plätze gibt es vier Anwärter. Das Trio Karin Kosak, Christian Schumach und Peter Gmoser ist jünger. Die qualifizierte Max-Theurer zählt gerade einmal 28 Lenze. Trotzdem rechnet sich Haim-Swarovski gute Chancen aus. Weil sie bisher bei den entscheidenden Prozentzahlen vorne liege. Weil sie mit ihrer 12-jährigen Dorina zusammengewachsen sei und gute Erfolge in der bisherigen Freiluftsaison feierte. Und, weil sie das heimische Viereck als gutes Omen wertet. „2006 habe ich mich an unserem Turnier qualifiziert und da war es auch sehr knapp“, erinnert sich Haim-Swarovski, die zusammen mit ihrem Mann Klaus Haim die Veranstaltungszügel erfolgreich in der Hand hält.

Schließlich misst sich auch dieses Wochenende wieder eine Schar internationaler Stars auf der idyllischen Anlage: wie die fünffache Olympiasiegerin Isabella Werth, deren deutsche Kollegin und Olympia-Silberne Dorothee Schneider und der WM-Dritte Steffen Peters aus den USA.

Ob Haim-Swarovksi die starke Konkurrenz und die Belastung durch die Organisation nicht nervös mache? „Meine große Stärke sind meine Nerven. Sobald ich auf dem Pferd sitze, vergesse ich die Umwelt und fühle mich wie unter einer Tarnkappe.“

Internationales Vier-Stern-Dressurturnier am Schindlhof in Fritzens

Freitag:

8 Uhr, Prix St. Georges; ca. 13.30 Uhr Grand Prix (Qualifikation für Grand Prix Special)

Samstag:

8 Uhr Intermédiaire I; ca. 12.45 Uhr Showprogramm; ca. 13.30 Uhr Grand Prix (Qualifikation für Grand Prix Musikkür)

Sonntag:

8 Uhr Grand Prix (Consolation für nicht qualifizierte Paare); ca. 10 Uhr Grand Prix Special; ca. 13 Uhr Prämierung „Wer trägt den schönsten Hut?“ und Sonderprämierung „Frauchen/Herrchen mit Hut und Hund“; ca. 14.15 Uhr Grand Prix Musikkür

Eintritt:

Freitag: 5 Euro; Samstag: 8 Euro; Sonntag: 10 Euro; 3-Tages-Pass: 15 Euro (Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt)

Eintrittsgelder und freiwilligen Spenden kommen wieder dem Therapeutischen Reiten und Voltigieren & Reiten für Menschen mit Behinderung zugute.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

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