Testspiel

Basel zeigte die Grenzen eiskalt auf

Der FC Wacker Innsbruck wehrte sich im gestrigen Fußball-Testspiel gegen den Schweizer Meister FC Basel tapfer, bezog aber trotzdem vor knapp 2000 Fans im Tivolistadion eine 0:3-Niederlage.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –„Erfahrung sammeln und aus den aufgedeckten Defiziten lernen“, gab Michael Streiter vor dem gestrigen Test gegen den FC Basel als Parole aus. Beides können die Wacker-Profis aus der 0:3-Niederlage vor knapp 2000 Zuschauern aus dem Tivoli-stadion gegen den Schweizer Meister mitnehmen. Ganz gut mitgehalten, aber halt doch chancenlos, weil die Eidgenossen Unachtsamkeiten gnadenlos bestraften. Marco Streller nützte einen Fehler von Sebastian Siller und bereitete den Führungstreffer durch Fabian Frei mustergültig vor. Knapp vor dem Pausenpfiff war es Streller selbst, der Pascal Grünwald nach missglückter Abseitsfalle eiskalt bezwang. Den Endstand besorgte Breel Embola nach einem schönen Solo.

Die Tiroler, ohne die beiden noch angeschlagenen Neuzugänge Jürgen Säumel und Danijel Micic sowie U21-Teamspieler Christian Schilling, kamen auch zu einigen Möglichkeiten durch Gründler, Hölzl und Zangerl. Es fehlte allerdings jene Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, die Basel an den Tag legte. Was auch dem neuen FCB-Coach Paulo Sousa gefiel. Dabei fehlte der Mannschaft, die im Vorjahr die Serie der Salzburger Bullen in der Europa League stoppte, das WM-Quartett Fabian Schär (Schweiz), Manuel Diaz (Chile), Serey Dio und Giovanni Sio (beide Elfenbeinküste).

Einen höheren Rückstand verhinderte Wacker-Goalie Grünwald, der in „Neuer-Manier“ gegen Luca Zuffi rettete. Im Mittelfeld der Tiroler ließ der erst 17-jährige Simon Pirkl phasenweise seine technischen Fähigkeiten aufblitzen, im Sturm-Zentrum blieb Stjepan Vuleta gegen seinen Exklub wirkungslos.

Während sich der FC Basel zum Trainingslager an den Tegernsee verabschiedete, hat der FC Wacker gleich morgen in Schwaz gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam erneut Gelegenheit, ausgiebig Erfahrung zu sammeln.

Wacker-Testspiel

Wackers nachhaltige Kader-Aufrüstung

Notgedrungen sieht Josef Gunsch den Abstieg als Chance. „Weil in vielen Bereichen notwendige Schnitte leichter gemacht werden können“, erklärte Wacker-Präsident vor dem gestrigen Testspiel gegen den FC Basel. Das fängt bei der wirtschaftlichen Konsolidierung an, setzt sich in der kundenfreundlichen Verlegung der Geschäftsstelle fort und endet schließlich bei der Zusammenstellung des neuen Kampfmannschaftskaders. Der besteht aus 24 Profis, darunter sind 15 Tiroler und immerhin zehn Kicker, die unter die U21-Regelung der Bundesliga fallen.

„Wir haben qualitativ im Rahmen unserer Möglichkeiten aufgerüstet und auch für die nötige Nachhaltigkeit gesorgt“, blickt Sportdirektor Flo Klausner zufrieden auf den Verlauf der bisherigen Transferperiode zurück. Der Altersschnitt des schwarzgrünen Kaders beträgt 23,36 Jahre, so jung war in den letzten Jahren keine Wacker-Mannschaft mehr. Als Kapitän wird Alex Hauser fungieren, im Spielerrat sind Hauser, Pascal Grünwald, Andi Hölzl, Jürgen Säumel und Alex Gründler vertreten.

Nicht nur im Aufstiegskampf in der Ersten Liga, auch im Pokal wollen die Tiroler für Furore sorgen. „Den Bewerb nehmen wir sehr ernst, weil man in wenigen Spielen sehr viel erreichen kann“, so Trainer Michael Streiter, der sich über den Erstrundengegner SR Donaufeld umgehend informieren wird: „Ein starkes Ostligateam, da müssen wir auf der Hut sein.“

Die Serie der hochkarätigen Testspiele wird auch in der Meisterschaft fortgesetzt – am 23. Juli spielt der FC Wacker in Zell gegen Werder Bremen mit den ÖFB-Teamspielern Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl, am 28. Juli in Kitzbühel gegen den FC Köln mit Trainer Peter Stöger. (w.m.)