Freigabe libyscher Ölterminals drückt Brent-Preis
Frankfurt (APA/Reuters) - Die Aussicht auf eine Steigerung der libyschen Ölexporte hat den Brent-Preis am Donnerstag weiter abbröckeln lasse...
Frankfurt (APA/Reuters) - Die Aussicht auf eine Steigerung der libyschen Ölexporte hat den Brent-Preis am Donnerstag weiter abbröckeln lassen. Die libysche Regierung hat nach eigenen Angaben wieder die Kontrolle aller Ölterminals im Osten des Landes von Rebellen übernommen. Anleger setzten nun darauf, dass das Ölangebot aus Libyen um 500.000 Barrel pro Tag steigen dürfte.
Für die OMV habe die jüngste Entwicklung in Libyen keine unmittelbaren Auswirkungen, sagte ein Sprecher am Donnerstag zur APA. Man sei im Murzuk-Becken im südwestlichen Teil Libyens tätig.
Das Nordseeöl Brent handelte mit 110,53 Dollar (80,9 Euro) auf einem Drei-Wochen-Tief, der Preis fiel um 0,6 Prozent. WTI verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 103,72 Dollar je Fass.
Das zusätzliche Angebot aus Libyen sei durchaus willkommen, da der Bedarf an OPEC-Öl in der zweiten Jahreshälfte deutlich steigen soll, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank.
Die Rebellen um ihren Chef Ibrahim Dschathran hatten die libyschen Anlagen Ras Lanuf und Es Sider vor etwa einem Jahr in ihre Gewalt gebracht. Zwischenzeitlich war die Öl-Produktion des OPEC-Staates auf 150.000 Barrel pro Tag gesunken, vor der Besetzung der Verladestationen hatte sie bei etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag gelegen.
Mit den Entspannungssignalen aus Libyen wurde ein Großteil des Preisanstiegs bei Brent seit Mitte Juni wieder rückgängig gemacht. Zuletzt hatten vor allem Sorgen vor Angebotsausfällen im Irak die Ölpreise nach oben getrieben - in der Spitze notierte Brent auf einem Neun-Monats-Hoch von mehr als 115 Dollar je Fass. Die radikalen Islamisten haben weite Gebiete im Norden und Westen des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht. Der für die Ölproduktion wichtige Süden des Landes blieb bisher aber verschont.
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