WK-Umfrage: Druck auf steirische KMUs ist groß und nimmt weiter zu

Graz (APA) - „Die Konjunkturpfeile für Geschäfts- und Auftragslage zeigen erneut nach unten“, fasste der steirische WK-Präsident Josef Herk ...

Graz (APA) - „Die Konjunkturpfeile für Geschäfts- und Auftragslage zeigen erneut nach unten“, fasste der steirische WK-Präsident Josef Herk am Donnerstag die jüngste KMU-Umfrage zusammen: „Der Druck auf die Unternehmen ist groß, und er steigt“. Eine Entspannung am Arbeitsmarkt zeichne sich nicht ab: In jedem siebenten Betrieb stehe für das kommende Halbjahr Personalabbau im Raum.

Im Rahmen des zweimal jährlich erhobenen „Konjunkturbarometers“ wurden 656 steirische Unternehmerinnen und Unternehmer aus der gewerblichen Wirtschaft befragt. Verbessert hätten sich gegenüber November 2013 nur die Ausblicke bei Geschäftslage und Auftragsstand, was aber saisonal bedingt sei; verglichen mit den Juni-Werten des Vorjahres zeige auch hier der Pfeil nach unten. Direktor Karl-Heinz Dernoscheg sieht zwar keine Katastrophenstimmung, er ortet aber „eine schleichende Zunahme des Drucks“.

„Die Zeit für halbherzige Lösungen ist vorbei“, betonte Herk aus seiner Sicht notwendige politische Eingriffe. Er forderte Investitionsanreize, die Senkung von Bürokratiekosten und Strukturreformen sowie die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Wichtiges Anliegen sei auch die Bevorrangung von Best- gegenüber Billigstbietern, die übrigens eine sozialpartnerschaftliche Initiative sei. Zufrieden zeigte sich Herk mit der Einführung des Handwerkerbonus, der auf eine Anregung der steirischen WK zurückgehe.

Einen Einblick in die Lage der Transportwirtschaft gab der obersteirische Logistikunternehmer Anton Egger: Ein etwa in Ungarn um 73 Prozent niedrigerer Kollektivvertrag sorge dafür, dass viele in der heimischen Branche existenzbedrohliche Verluste schrieben. Dagegen helfe nur Diversifizierung - Egger setzt auf Kombiverkehr und Spezialtransporte - und Abwanderung: Egger hat schon länger ein zweites Standbein in Ungarn, was es ihm heute erlaube, als Komplettanbieter bestehen zu können. „Teile ins Ausland zu verlagern, um den Bestand zu sichern, sollte gesellschaftlich akzeptiert werden“, meinte der Unternehmer.

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