Transnistrien sieht derzeit keine Chance für Aufnahme durch Russland

Tiraspol/Moskau (APA/AFP) - Eine Aufnahme der von Moldau abtrünnigen Region Transnistrien in die Russische Föderation ist nach Einschätzung ...

Tiraspol/Moskau (APA/AFP) - Eine Aufnahme der von Moldau abtrünnigen Region Transnistrien in die Russische Föderation ist nach Einschätzung der transnistrischen Führung derzeit nicht zu erwarten. Bei einem Besuch in Moskau bedauerte der Präsident der international nicht anerkannten Republik, Jewgeni Schewtschuk, am Donnerstag die russische Zurückhaltung.

Angesichts der Ukraine-Krise und neuer westlicher Sanktionsdrohungen sei Moskau offenbar nicht bereit, das Risiko einzugehen, mit einer Aufnahme Transnistiriens die Spannungen weiter zu erhöhen, sagte Schewtschuk.

„Wir hätten es gerne, dass Russland solche Entscheidungen fällt, aber wir können Russland unseren Willen nicht aufzwingen“, so Schewtschuk. Transnistrien warte darauf, dass Russland die Ergebnisse des Referendums von 2006 anerkenne. Damals stimmte die Bevölkerung von Transnistrien mit einer überwältigenden Mehrheit von 97,1 Prozent für die Angliederung an Russland. 60 Prozent der Bewohner des Gebiets sind russischsprachig, sie sind etwa zur Hälfte Russen und zur anderen Hälfte Ukrainer.

Das Thema Angliederung stehe „nicht auf der Agenda“ seines Besuchs, sagte Schewtschuk, der Moskau wenige Tage nach der Unterzeichnung weiterer Wirtschaftsabkommen mit Moskau besuchte. Angesichts der Krim-Annexion und der Unruhen im Osten der Ukraine wächst in Moldau die Angst vor russischem Expansionismus. Russland hegt schon lange Interesse an der Region Transnistrien, die sich Anfang der 1990er Jahre von Chisinau lossagte und von Moskau wirtschaftlich und politisch unterstützt wird.