Ex-Geheimdienstler: NSA verfolgt totalitären Ansatz

Berlin (APA/dpa) - Der frühere NSA-Mitarbeiter William Binney vergleicht die Datenüberwachung des US-Geheimdienstes mit dem Vorgehen in Dikt...

Berlin (APA/dpa) - Der frühere NSA-Mitarbeiter William Binney vergleicht die Datenüberwachung des US-Geheimdienstes mit dem Vorgehen in Diktaturen. „Sie wollen Informationen über alles haben“, sagte Binney am Donnerstag im NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin mit Blick auf die US-Nachrichtendienstler. „Das ist wirklich ein totalitärer Ansatz, den man bisher nur bei Diktatoren gesehen hat.“

Die National Security Agency (NSA) habe einen falschen Weg eingeschlagen. Inzwischen sei es im Prinzip möglich, die gesamte Bevölkerung zu überwachen - nicht nur im Ausland, sondern auch in den USA. Das widerspreche der Verfassung.

Binney sagte, die NSA habe Mitte Oktober 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, mit dieser massenhaften Datenüberwachung begonnen. Das habe ihn damals veranlasst, den Geheimdienst kurz darauf zu verlassen. Binney hatte von 1970 bis 2001 für die NSA gearbeitet und war dort zuletzt Technischer Direktor. Seit seinem Ausstieg kritisiert er die Überwachungspraxis der NSA.

Der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages arbeitet die Ausspähung des Nachrichtendienstes in Deutschland auf.