Weniger Schüler und Schulen, kein Lehrermangel
Innsbruck – Noch schnell das Zeugnis abholen und dann ab in die Ferien. Durchwegs strahlende Gesichter gibt es heute an den Tiroler Schulen ...
Innsbruck –Noch schnell das Zeugnis abholen und dann ab in die Ferien. Durchwegs strahlende Gesichter gibt es heute an den Tiroler Schulen – bei den Kindern und Lehrern. Und während das alte Schuljahr zu Ende geht, laufen die Vorbereitungen für das neue schon auf Hochtouren.
Die 52.000 Pflichtschüler verabschieden sich heute mit dem Zeugnis in die wohlverdienten Ferien. Im Herbst werden dann um 900 Kinder weniger die Schulbank drücken. Seit dem Schuljahr 2005/06 ist die Zahl der Pflichtschüler in Tirol damit um fast 20 Prozent zurückgegangen. Laut einer Aussendung des Landesschulrats stabilisiert sich unterdessen die Zahl der Erstklässler wieder. Auch heuer wird es hier wieder rund 7700 geben. Einen leichten Anstieg verzeichnen übrigens die mittleren und höheren Schüler. Hier gibt es rund 1000 zusätzliche Plätze ab Herbst.
Weniger Schüler, das heißt speziell in den kleineren Gemeinden auch weniger Schulen. In Bschlabs schließt die Volksschule heute für immer ihre Pforten. Die Mindestanzahl von drei Kindern konnte nicht erreicht werden. Auf Ansuchen der Gemeinde wird auch die Volksschule Gasteig in Kirchdorf zugesperrt. Hier gibt es noch zwei weitere Volksschulen im Gemeindegebiet. Insgesamt wurden in den vergangenen acht Jahren 37 Pflichtschulen geschlossen. Tirolweit gibt es übrigens 78 Volksschulen mit nur einer Klasse – die Hälfte davon hat weniger als 16 Schüler.
Ab kommenden Herbst gibt es in Tirol nur noch Neue Mittelschulen – die Hauptschulen verschwinden komplett von der Landkarte.
Einen Lehrermangel im Pflichtschulbereich gibt es nach Auskunft von Bildungslandesrätin Beate Palfrader unterdessen nicht. Heuer würden 305 Junglehrer ihre Ausbildung abschließen. Seitens des Landes rechnet man vor, dass Tirols Schüler heuer erfolgreicher als in den Vorjahren waren. Die Zahl der Schüler, die in die nächste Schulstufe aufsteigen dürfen, ist um rund 1,5 Prozent gestiegen.
An der anhaltenden Debatte über Nachhilfe wird das aber wohl nichts ändern. Peter Retter vom Landesverband der Elternvereinigungen erklärt in einer Aussendung: Angesichts wochenlanger Leerläufe an den Schulen zum Schuljahrende hin fragen sich viele Eltern, warum diese Zeit nicht gerade für Kinder mit Förderbedarf sinnvoller genützt wird. Die Meldungen der Politik zur Nachhilfe spiegelten die „Ahnungslosigkeit“ wieder.
FPÖ-NR Gerald Hauser sprach sich für eine „kostenlose Nachhilfe für förderungsbedürftige Pflichtschüler“ aus. Die Eltern müssten immer mehr für Nachhilfe zahlen, die Kosten dafür seien für viele Eltern nicht leistbar. (TT, mw)
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