Impulse für Arbeitsmarkt dringend gesucht
Innsbruck – Dass die Politik nicht direkt Arbeitsplätze schaffen kann, darin waren sich gestern die im Landtag vertretenen Parteien einig, a...
Innsbruck –Dass die Politik nicht direkt Arbeitsplätze schaffen kann, darin waren sich gestern die im Landtag vertretenen Parteien einig, als sie in der „Aktuellen Stunde“ über die steigende Arbeitslosigkeit debattierten. 21.500 Tiroler oder 5,8 Prozent haben derzeit keinen Job. Zur politischen Tagesordnung will deshalb niemand übergehen, obwohl FPÖ-Klubchef Rudi Federspiel den Sinn der Diskussion im Landtag anzweifelt. „Es ist so, als ob ein Eunuch über Nachwuchs sinniert.“ Doch irgendwie stand Federspiel alleine mit seiner Meinung da, die anderen Parteien sehen doch Möglichkeiten, wie das Land die Rahmenbedingungen verbessern kann.
Die Klubchefin der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider – sie hat die Arbeitslosigkeit im Landtag zum Thema gemacht –, fordert mehr Landesgeld und mehr Brückenarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Ältere oder Sozialtarife auf Strom- und Gas für Arbeitslose. Vorwärts-Klubchef Hans Lindenberger glaubt, dass es eine bessere Berufsberatung für junge Menschen benötigt. Die SPÖ sieht in einer Wohnbauoffensive einen Schlüssel zur Ankurbelung der Bauwirtschaft. Außerdem haben für SP-LA Thomas Pupp ideologische Schranken in Arbeitsmarktfragen nichts verloren. So erklärte denn auch der grüne LA Andreas Angerer, dass er sich vom Ausbau der Wasserkraft und erneuerbaren Energien Impulse für den Arbeitsmarkt erwartet.
Die ÖVP-Riege von LH Günther Platter, über LR Hannes Tratter und Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf wies auf die Wirtschaftsimpulse des Landes hin. „Mit den Sozialpartnern gibt es einen Beschäftigungspakt“, betonte der Landeshauptmann. Für Tratter gibt es einen massiven Strukturwandel, vor allem bei älteren Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund finde ein Verdrängungswettbewerb statt. Aus- und Weiterbildung sei der Schlüssel. Eines steht für mich jedoch fest: Die Wirtschaftskrise aus dem Jahr 2008 ist noch nicht überwunden.“ Man beschäftige mit 314.000 Arbeitnehmern zwar um 4000 mehr als im Vorjahr, „aber leider haben wir im Handel und am Bau Probleme“. (pn)
Kommentare