Bayern wird heuer in Tschechien eigene Vertretung eröffnen
Prag/München (Bayern) (APA) - Bayern wird noch neuer seine eigene Vertretung in Tschechien eröffnen. Dies kündigte der bayerische Ministerpr...
Prag/München (Bayern) (APA) - Bayern wird noch neuer seine eigene Vertretung in Tschechien eröffnen. Dies kündigte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Bohuslav Sobotka am heutigen Donnerstag an. Die Mission werde im historischen Stadtzentrum Prags angesiedelt sein und sowohl Seehofer als auch Sobotka würden an deren Eröffnung teilnehmen, hieß es.
Laut Sobotka wird die bayerische Vertretung helfen, die Beziehungen zwischen Tschechien und Bayern zu verstärken, die sonst seit Jahren wegen unterschiedlichen Auffassungen auf die Nachkriegsvertreibung der Sudetendeutschen überschattet sind. Bayern hatte damals den Großteil der Vertriebenen angenommen und die bayerische Regierung tritt als Schirmherr der Sudetendeutschen, die sie als „vierten Stamm“ (neben den Altbayern, Franken und Schwaben) betrachtet.
Sobotka bestätigte die bisherige Ansicht Tschechiens auf die Vertreibung. In diesem Zusammenhang verwies er auf die tschechisch-deutsche „Schlussstrich-Erklärung“ vom Jahr 1997, in der die tschechische Seite „Bedauern“ zum Ausdruck gebracht hatte, dass durch die Vertreibung Leid und Unrecht unschuldigen Leuten zugefügt worden sei.
Eine Aufhebung der Dekrete des damaligen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edvard Benes, die als Grundlage für die Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen waren, lehnt Tschechien nach wie vor ab und betrachtet als eine „abgeschlossene Sache“, mit der sich schon nur die Historiker befassen sollten.
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