Winterlandschaft im Hochsommer: Hagel legt Teile Madrids lahm
Ein „Unwetter des Jahrhunderts“ hat in weite Teile Madrids mit Hagelkörnern übersäht. Ein ganzes Dorf gleicht einer Winterlandschaft.
Madrid - In Spanien haben schwere Unwetter gewütet. Besonders betroffen war Almazan, ein kleiner Ort in der Region Kastilien-Leon, 150 Kilometer nordöstlich von Madrid. Nach Medienberichten vom Donnerstag verwandelten Hagelschauer die Kleinstadt mit etwa 6000 Einwohnern mitten im Hochsommer in eine Winterlandschaft.
Binnen 45 Minuten überschwemmte heftiger Regen Garagen und Häuser, der Verkehr brach teilweise zusammen. „Es war das Unwetter des Jahrhunderts. So viel Regen, so viel Hagel habe ich hier noch nie gesehen“, sagte Bürgermeister Jose Antonio de Miguel. Allein über Almazan registrierten die Meteorologen am Mittwochnachmittag binnen vier Stunden mehr als 200 Blitze.
Im normalerweise heißen und trockenen Monat Juli haben Hagelschauer und heftiger Regen auch Teile Madrids lahmgelegt. Vor allem im Norden der spanischen Hauptstadt brach am Donnerstag auf vielen Straßen der Verkehr zusammen. Autofahrer mussten stoppen, da ihnen bis zu drei Zentimeter dicke Hagelkörner die Sicht nahmen. Heftiger Regen überschwemmte eine U-Bahn-Station, ein Zug wurde geräumt. Am Madrider Flughafen Barajas fielen mehrere Flüge aus.
Auch in Salamanca, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, gab es überschwemmte Straßen und Geschäfte. Die Behörden warnten am Donnerstag vor weiteren Unwettern mit heftigen Regenfällen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, unter anderem in den nordöstlich von Madrid gelegenen Städten Guadalajara und Saragossa. In 21 spanischen Provinzen waren die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft.
Das Wetter sei für den Monat Juli höchst ungewöhnlich, könne aber nicht auf den Klimawandel zurückgeführt werden, erklärte Meteorologe Ángel Álcazar vom staatlichen Wetterdienst. (APA/dpa)
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