Keine Lust mehr auf Formel 1? Räikkönen deutet Rückzug an
Erst vor dieser Saison schloss sich Kimi Räikkönen wieder Ferrari an. Nach etwas mehr als einem halben Jahr hat der Finne aber wohl keine Lust mehr.
Silverstone - Nach etwas mehr als einem halben Jahr hat Kimi Räikkönen wohl schon die Lust auf Ferrari und die Formel 1 verloren. Der Finne deutete vor dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone seinen Rückzug aus der Königsklasse des Motorsports zum Ende der nächsten Saison an. Auf die Frage, ob er sich noch lange bei Ferrari sehe, antwortete der Weltmeister von 2007 am Donnerstag: „Bis mein Vertrag beendet ist und dann höre ich wahrscheinlich auf. Ich denke, das ist, was geschehen wird.“
Der „Iceman“ war erst vor dieser Saison nach zwei erfolgreichen Jahren bei Lotus zu Ferrari zurückgekehrt. Doch für den mit 34 Jahren ältesten Fahrer im aktuellen Feld läuft es 2014 gar nicht. Der Finne liegt mit 19 Punkten nur auf Rang zwölf der Fahrerwertung und hinkt den Erwartungen des stolzen Rennstalls und seiner ebenso stolzen Fans weit hinterher. Kein einziges Mal landete der Mann aus Espoo auf dem Podium, seine besten Platzierungen 2014 sind zwei siebte Plätze.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Räikkönen der Formel 1 den Rücken kehrt. Nach seinen ersten drei Jahren bei Ferrari hatte er für den Spanier Fernando Alonso Platz machen müssen. Und das, obwohl sich der Kumpel von Sebastian Vettel 2007 noch in einem atemlosen Finish vor dem Asturier und Lewis Hamilton den WM-Titel gesichert hatte.
2010 und 2011 fuhr Räikkönen dann in der Rallye-WM. Eine Zeit, die er nicht bereut hat. „Ich habe viele Dinge ausprobiert und daran ist kein Nachteil“, erzählte er in England. „Das kann einem nur helfen. Man lernt immer dazu, wenn man verschiedene Sachen ausprobiert.“
Aus der zweiten Formel-1-Ehe mit Ferrari wird Räikkönen eine Menge lernen können. Die Scuderia sicher auch. Mit der ersten Weltmeister-Paarung seit 1953 war der Rennstall von seinen Prinzipien abgerückt und wollte mit zwei Nummer-eins-Piloten Vettel und Red Bull den Titel streitig machen.
Doch das klappt gar nicht, wie es sich in dieser Saison bitter zeigt. Auch Alonso und Räikkönen fahren dem dominierenden Mercedes-Team nur hinterher. Von der WM kann nicht die Rede sein. Klare Worte hat nun der sonst schweigsame Finne gefunden. (dpa)
Kommentare