Tankstellenräuber erschossen: „Mehrere tödliche Treffer“
Mit dem Tod des Verdächtigen hat am späten Donnerstagabend in Neunkirchen ein zuvor verübter Tankstellenüberfall in Wiener Neustadt geendet. Der mutmaßliche Räuber (21) wurde von der Polizei erschossen.
Neunkirchen - Jener Tankstellenräuber, der am späten Donnerstagabend in Neunkirchen von der Polizei erschossen worden ist, hat „mehrere tödliche Treffer durch Polizeiprojektile“ erlitten. Das hat die Obduktion der Leiche des 21-Jährigen am Freitagabend ergeben, teilte Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion NÖ, auf Anfrage mit.
Blutuntersuchungen hinsichtlich eventuellen Alkohol- oder Suchtgiftkonsums stünden aus. Diesbezügliche Ergebnisse könnten am Montag vorliegen, so Baumschlager.
Der junge Mann aus dem Bezirk Wiener Neustadt war nach dem Überfall in der Wiener Straße auf die B17 geflüchtet. Er hatte vor den tödlichen Schüssen einen Anhalteversuch missachtet und Beamte bedroht, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager.
Weil sich die Angestellte der Wiener Neustädter BP-Tankstelle den Fahrzeugtyp und Kennzeichenfragmente gemerkt hatte, wurden Beamte im Zuge der Alarmfahndung rasch auf das Auto aufmerksam. Die Flucht des 21-Jährigen führte mit hoher Geschwindigkeit auf der B17 in Richtung Neunkirchen. Polizeistreifen - letztlich waren es sechs aus den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen - seien dem Verdächtigen über etwa 20 Kilometer gefolgt, sagte Baumschlager.
21-Jähriger mehrfach getroffen
Im Gemeindegebiet von Neunkirchen wurde der 21-Jährige schließlich zum Anhalten gezwungen. Dem Polizeisprecher zufolge richtete der Mann daraufhin eine „einer realen Waffe sehr ähnliche“ Softgun gegen die Beamten. Dies sei auch noch der Fall gewesen, als er aus dem Wagen ausstieg, der seiner Mutter gehört.
Die Polizisten hätten daraufhin gefeuert. Laut Baumschlager wurde der Verdächtige mehrfach getroffen. Ein Notarzt konnte nur mehr den Tod des 21-Jährigen feststellen.
„Wir versuchen tunlichst Waffengebräuche zu vermeiden“, betonte Baumschlager in Neunkirchen. „In dieser Situation ging jedoch große Gefahr vom Verdächtigen aus. Er hatte die Waffe auf die Polizisten gerichtet.“ Der 21-Jährige war laut Baumschlager „ein Arbeiter und nicht vorbestraft“.
Beamte werden psychologisch betreut
In der Wiener Neustädter BP-Tankstelle war der Beschuldigte am Donnerstag gegen 22.00 Uhr aufgetaucht. Er verhielt sich anfangs wie ein Kunde, zog jedoch nach dem Kauf einer Packung Zigaretten eine Faustfeuerwaffe aus einem Rucksack und sagte: „Das ist ein Überfall - Geld her!“ Daraufhin flüchtete die Angestellte nach draußen in den Bereich der Zapfsäulen. Auch der Verdächtige verließ den Shop - ohne Beute - und fuhr davon. Er war nicht maskiert.
Neben der Softgun, mit der später die Beamten bedroht worden waren, fand sich im Auto auch noch eine revolverähnliche CO-Waffe. Diese lag unter dem Fahrersitz, so Baumschlager. Die Tatortarbeit auf der B17 dauerte auch am späten Freitagvormittag noch an. Der Verkehr Richtung Neunkirchen wurde - aus Wiener Neustadt kommend - stundenlang umgeleitet.
Die in den Einsatz involvierten Beamten werden laut Baumschlager psychologisch betreut. Sie hätten regelmäßig an Einsatzübungen teilgenommen. Die Landespolizeidirektion NÖ erachte ihre Ausbildung als adäquat. Ermittelt wird nunmehr nicht nur durch das Landeskriminalamt NÖ. Der Einsatz in der Nacht auf Freitag wird auch seitens der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit untersucht und evaluiert. (APA)