Kraftwerk vom anderen Stern
Mit dem i8 präsentiert BMW einen futuristischen Plug-in-Hybrid-Sportwagen. Design und Technik verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk.
Von Walter Schrott
Mailand –BMW zeigt auf: Der erste Großserien-Sportwagen mit einer Fahrgastzelle aus carbonfaserverstärktem Kunststoff feiert Premiere. Dass sich unter der leichten und hochfesten Hülle dieses futuristisch gezeichneten Sportwagens ein Plug-in-Hybrid verbirgt, untermauert die Marschrichtung der Bayern. Und BMW bringt die scheinbar gegensätzlichen Themen Spritsparen und Sportlichkeit souverän unter einen Hut. Wenn auch mit Fakten, die zunächst einmal hellhörig machen.
Ein Sportwagen mit Dreizylindermotor? Ein No-Go für Autofans. Aber: Der i8 liefert umgehend den Beweis, dass die Anzahl der Häferl nicht unantastbares Gesetz ist. Der 1.5 Twin-Turbo mit 231 PS, der die Hinterräder des 2+2-Sitzers antreibt, steht auch nicht allein auf weiter Flur. Er bekommt Unterstützung aus dem Bug, wo ein 121 PS starker Elektromotor seine Kraft an die Vorderräder leitet. Derart befeuert glüht die Bayern-Rakete in 4,4 Sekunden auf Tempo 100, erst bei 250 km/h ist Ende der Fahnenstange. Und der i8 klingt so gar nicht wie ein Dreizylinder-Zwutschgerl. Die Sounddesigner haben alle Register gezogen um einen betörenden Retorten-Klang zu kreieren.
Das Motoren-Duo lässt gemeinsam die Muskeln spielen, wenn Leistung gefragt ist. Dann wird der i8 auch zum Allradler. Im Comfort-Modus teilen sich Benziner und Stromer je nach Leistungsbedarf die Arbeit. Im Sport-Modus gibt der Verbrenner den Ton an, der E-Motor liefert kurzzeitig – etwa beim Beschleunigen – Zusatzpower. Sollen Sprit gespart und die Umwelt geschont werden, dann sorgt der Elektromotor alleine für Vortrieb. Das schafft er 37 Kilometer weit und mit bis zu 120 km/h Spitze. Die Gesamtreichweite beträgt 440 Kilometer mit dem 30-Liter-Tank bzw. 600 Kilometer mit optionalem 42-Liter-Tank. Aufgeladen werden können die 7,1 kWh-Akkus an der Steckdose. Zudem sorgt Rekuperation unterwegs für Batterienahrung.
Fahren mit dem i8, der als Eyecatcher dafür sorgt, dass sich die Leute am Straßenrand die Hälse verrenken, bereitet Megavergnügen. Zuvor ist Akrobatik angesagt, denn um das Cockpit zu entern (oder wieder zu verlassen), sollte man einigermaßen gelenkig sein. Aber dann geht die Post ab und der Spaß ist nicht enden wollend. Für Fahrer und Beifahrer freilich nur, denn im Hinterstübchen geht es eng zu. Den Verbrauch beziffert BMW mit 2,1 Liter pro 100 Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 49 Gramm. Im Alltag ist eher mit sechs bis sieben Litern zu rechnen, wenn der Bleifuß übermütig wird, können es auch zwölf Liter werden. Immer noch akzeptabel, denn man ist schließlich mit einem 362-PS-Boliden unterwegs. Wer Appetit auf den i8 hat, sollte über 129.900 Euro verfügen. Mit Sonderausstattung stehen flugs auch 150.000 Euro auf dem Preiszettel.
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