Märchensommer NÖ: Neu erträumte „Alice im Wunderland“ verzaubert

Poysbrunn (APA) - Das Weinviertler Märchenschloss Poysbrunn hat sich am Donnerstag in ein Wunderland mit sprechenden Türen, einem weißen Kan...

Poysbrunn (APA) - Das Weinviertler Märchenschloss Poysbrunn hat sich am Donnerstag in ein Wunderland mit sprechenden Türen, einem weißen Kaninchen, übergroßen Teekannen im Garten und verwunschenen Kellernischen verwandelt. Große und kleine Gäste verfolgten die Premiere von „Alice im Wunderland - neu erträumt“ in der Inszenierung von Nina Blum - ein bezauberndes Erlebnis beim Theaterfest NÖ für Kinder ab vier.

„Alice, darf ich Dich was fragen?“, schrie ein kleines Mädchen und erzählte gleich darauf einen Witz. Immerhin wollte man Humpty Dumpty doch das Lachen lehren und den Wert von Freundschaft. Mitspielen, Mittanzen und Mitsingen, Mitdichten: Auch beim neunten Märchensommer NÖ werden die Besucher ganz in der Manier des interaktiven Wandertheaters in das Geschehen mit einbezogen und fungieren als Schulklasse von Alice, die ihr auf Abenteuerreise ins Wunderland folgt. Das Konzept geht auf. Die Stimmung bei der Premiere war in allen Altersgruppen ausgelassen, und als gegen Ende beim Tanz der Herzkönigin eine kleine Choreografie einstudiert wurde, machten wirklich alle mit.

In der Version des Textes von Michaela Riedl-Schlosser, die das Stück modernisiert und eigens für den Märchensommer umgeschrieben hat, wird aus einer Alice mit einem Schluck Kaffee gleich drei: Schon an der Kassa wird man eingeteilt, „seine“ Alice auf der Suche nach ihrer Katze Dreamy entweder zu Humpty Dumpty (Daniel Ogris) und seiner Mauer, zur Teestunde des Hutmachers (Christian Kohlhofer) oder zu Dr. Dr. Prof. Raupe (Valentina Kratochwil), der Psychologin des Wunderlands, zu begleiten. Bespielt wird das ganze Schloss und gerade für die Kleinsten ist die Abwechslung der Schauplätze die ideale Form eines Theatererlebnisses.

Gegen Ende treffen sich alle Besucher zum Showdown der dreifachen Alice (Elisabeth Nikoletta Halikiopoulus, Sophie Resch, Gudrun Nikodem-Eichenhardt) mit der Herzkönigin (Ulla Pilz), die Katzen doch zum Fressen gern hat. Aber trotz großer Aufregung und spannungsvollen Momenten aus Kindersicht gibt es natürlich ein Happy End. Die drei Alice-Figuren besiegen die Herzkönigin - mit tatkräftiger Unterstützung der Schulklasse, versteht sich. Nach einem weiteren Schluck Kaffee ist Alice wieder eine und mit Dreamy vereint.

Kurzweilig, amüsant und kindgerecht erzählt Blum ihre Alice-Geschichte über die Wichtigkeit des Träumens in erstklassiger Besetzung. Auch die Musik von Andreas Radovan verspricht Ohrwürmer und lädt zum Mitsingen von „Wie-was-wo-Wunderland“ ein. Dass es zu zweit (oder dritt) doch am schönsten ist, sind sich zum Schluss jedenfalls alle sicher. Und auch, dass man das Wunderland bald wieder besuchen möchte.

(S E R V I C E - Märchensommer NÖ, Schloss Poysbrunn, „Alice im Wunderland - neu erträumt“ 3.7.-24.8., http://www.maerchensommer.at, Tel. 0699/13 44 11 44, Karten in Raiffeisenbanken, bei Ö-Ticket (01/ 96 0 96), Wien-Ticket (01/ 588 85