Kroatien - Präsidentschaftswahlkampf mit „Barbie“ verhindert

Zagreb (APA) - Der Präsidentschaftswahlkampf in Kroatien hat offiziell noch nicht begonnen, wartet allerdings schon mit einem Kuriosum auf: ...

Zagreb (APA) - Der Präsidentschaftswahlkampf in Kroatien hat offiziell noch nicht begonnen, wartet allerdings schon mit einem Kuriosum auf: Das wiederkandidierende Staatsoberhaupt Ivo Josipovic bekam dieser Tage ungebetene Hilfe, seine Gegenkandidatin Kolinda Grabar Kitarovic zu diskreditieren.

Laut „Aktionsplan Barbie“ sollen der blonden Diplomatin zahlreiche Affären angedichtet werden. Das anonyme Schreiben hätte Josipovic selbst in Bedrängnis bringen können. Daher trat der Präsident mit dem dubiosen Brief selbst an Medien, bevor dieses als „authentisches“ Kampagnendokument die Runde hätte machen können.

Das Papier lag einem anonymen Brief bei, in dem eine vermeintliche, sozialdemokratische Parteikollegin Josipovic auf den „Aktionsplan“ aufmerksam macht: „Ich bin SDP-Mitglied und habe dieses Dokument bekommen. Ich hoffe, dass Sie, Herr Präsident, nichts damit zu tun haben“, zitierten kroatische Zeitungen aus dem Schreiben.

In dem „Aktionsplan Barbie - Arbeitsversion, streng vertraulich“ sind auf mehreren Seiten Maßnahmen aufgelistet, wie die Kandidatin der Oppositionspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) in Misskredit gebracht werden soll. Josipovic sprach von einem Versuch, ihm und Grabar Kitarovic zu schaden und vermutete Unterwelt-Geheimdienste hinter der „Schmutzkampagne“.

Der Wahlkampf beginnt offiziell im Herbst, die Wahlen finden voraussichtlich im Dezember statt. In Umfragen führt Josipovic mit 50 Prozent; Kolinda Grabar Kitarovic würde demnach auf 37,3 Prozent kommen.