„Prüfung: Bitte um Ruhe!“ - Erste Medizin-Aufnahmetests in Linz
Linz (APA) - „Prüfung: Bitte um Ruhe!“ - Diese Aufforderung an der Tür des Hörsaals 1 der Linzer Johannes Kepler Universität hätte es am Fre...
Linz (APA) - „Prüfung: Bitte um Ruhe!“ - Diese Aufforderung an der Tür des Hörsaals 1 der Linzer Johannes Kepler Universität hätte es am Freitag nicht gebraucht: Die rund 250 Anwärter auf das Studium an der künftigen Medizinischen Fakultät warteten ohnehin gespannt auf den Start des Aufnahmetests. „Heute ist ein ganz wichtiger Tag für uns alle“, schwor sie Rektor Richard Hagelauer auf die Prüfung ein.
Ab 8.00 Uhr konnte man sich für die Tests registrieren. Vor der Anmeldung hatte sich eine lange Schlange gebildet, auch Interessenten aus Deutschland waren angereist. Beim Anstellen wurden die Prüflinge darauf hingewiesen, was nicht erlaubt ist: u.a. Lernunterlagen, Taschenrechner, das Periodensystem, eine Formelsammlung, eigenes Papier, Handys, Stoppuhren und Wecker. Mitgenommen werden durften nur ein Lichtbildausweis, ein Stift und eine Getränkeflasche. Auch die Nervosität musste nicht abgegeben werden, für alle Fälle stand vor dem Keplergebäude ein Rettungsauto bereit.
Zumindest nach außen gaben sich viele locker. Wie es ihr geht, wollte die APA von der 19-jährigen Stefanie wissen: „Gut. Ich hab‘ gar nicht so viel gelernt. Darum ist es mir auch relativ egal, wenn ich‘s nicht schaff‘.“ Ob es sie stolz macht, bei den Ersten dabei zu sein, die in Linz Medizin studieren wollen? „Nein, aufgenommen bin ich ja noch nicht.“ „Ich hab‘ mich nicht recht vorbereiten können“, zeigte sich auch Thomas gelassen, der an der Kepler Uni bereits Technische Physik studiert und diese Woche noch viele Klausuren hatte. „Cool wär‘s schon“, wenn er aufgenommen wird, sagte der 20-Jährige, der den Test schon einmal in Graz gemacht hat. Sichtlich angespannt hingegen Marlene (19): „Ich bin voll nervös, es ist einfach unglaublich. Ich hab‘ mindestens zwei Monate dafür gelernt.“
Auch Rektor Hagelauer war die Anspannung anzumerken, als er die jungen Frauen und Männer begrüßte, von denen die erfolgreichsten 60 im Oktober in Kooperation mit der Medizin-Uni Graz zu studieren beginnen: Sie seien ein Zeichen dafür, dass sich die Anstrengungen für eine eigene Fakultät in Linz gelohnt haben, und hätten die Chance, ein Teil von etwas ganz Besonderem zu werden - als Pionierinnen und Pioniere: „Geben Sie Ihr Bestes, und wir sehen uns im Herbst wieder. Glück auf!“
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