Olympia: IOC kürt Olympia-Kandidaten für Winterspiele 2022

Lausanne (APA/dpa) - Der Kreis ist klein geworden. Almaty, Peking und Oslo sind die drei verbliebenen Bewerber für die Olympischen Winterspi...

Lausanne (APA/dpa) - Der Kreis ist klein geworden. Almaty, Peking und Oslo sind die drei verbliebenen Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird aller Voraussicht nach diese drei Städte am Montag in Lausanne zu offiziellen Kandidaten küren. Vergeben werden die Winterspiele auf der 127. IOC-Session am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Allerdings bleibt auch Oslo ein Wackelkandidat. Die norwegische Regierung will erst im Herbst endgültig entscheiden, ob die Hauptstadt weiter im Olympia-Rennen bleibt. Zuletzt hatte sich die an der Regierung beteiligte Fortschrittspartei gegen eine Bürgschaft des Staates für die Olympia-Kosten ausgesprochen.

Mehrere Bewerber um die Winterspiele waren abgesprungen. Zu Wochenbeginn hatte das IOC verkündet, dass Lwiw (Ukraine) wegen der politischen Krise seine Bewerbung zurückzieht und sie auf 2026 vertagen will. Zuvor hatten Stockholm, Krakau und München den Rückzug angetreten. In diesen Städten hatte jeweils die Bevölkerung gegen Olympia votiert. Die ursprünglichen Interessenten Barcelona und Graubünden haben schon vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 14. November 2013 aufgegeben.

Im Falle eines Ausstiegs von Oslo würde wohl Almaty in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan in die Favoritenrolle rücken. Die mit rund 1,5 Millionen Einwohnern größte Stadt Kasachstans war 2011 Ausrichter der Asien-Winterspiele und verfügt über neue Eishallen und Sportarenen. Allerdings müssen Hotels gebaut, der Flughafen und Straßen modernisiert werden.

An Geld mangelt es nicht: Riesige Öl- und Gasvorräte spülen Milliarden Dollars in die Kassen des vom Putin-Verbündeten Nursultan Nasarbajew autoritär regierten, riesigen Landes in Zentralasien. Zuletzt war Almaty mit der Bewerbung um Nordische Ski-Weltmeisterschaften Seefeld unterlegen.

Dass Peking mit Olympia umzugehen weiß, hat es im Sommer 2008 bewiesen. Allerdings ist das Skigebiet 200 Kilometer entfernt in Zhangjiakou gelegen. Eine Schnellzug-Strecke ist bereits in Bau, um die Reisezeit auf 40 Minuten zu verkürzen.

Es spricht nicht nur die erhebliche Distanz zu den Ski und Eiskanal-Bewerben gegen Chinas Hauptstadt. Vielmehr würde es das IOC gern vermeiden, nach 2018 in Pyeongchang (Südkorea/Winter) und 2020 in Tokio (Sommer) ein drittes Mal in Folge einem Land in Ostasien den Zuschlag zu geben.

Um das Dilemma einer Wahl ohne große Auswahl in Zukunft zu vermeiden und Olympia nach dem Muliti-Milliarden-Aufwand für die Sotschi-Spiele für weniger solvente Interessenten wieder attraktiver zu machen, ist ein Reformprozess im IOC im Gange. 14 Arbeitsgruppen haben im Juni neun Tage lang über Vorschläge für die von IOC-Präsident Thomas Bach auf dem Weg gebrachte „Agenda 2020“ beraten. Die Ergebnisse werden in der kommenden Woche von der IOC-Exekutive diskutiert.

(Grafik 0808-14; 88 x 98 mm)