Fußball-WM: Krankl setzt auf Brasilien, schwärmt von Mexiko und USA

Wien (APA) - Wie viele professionelle Beobachter und Experten hat sich auch Ex-ÖFB-Teamchef Hans Krankl in einer Zwischenbilanz sehr angetan...

Wien (APA) - Wie viele professionelle Beobachter und Experten hat sich auch Ex-ÖFB-Teamchef Hans Krankl in einer Zwischenbilanz sehr angetan von der Fußball-Weltmeisterschaft gezeigt. Der in Brasilien zu bestaunende Offensivfußball ist ganz nach dem Geschmack des ehemaligen Stürmers, der Mexiko und die USA als positive Überraschungen hervorhob. Krankls Weltmeister-Tipp heißt Brasilien.

„Sehr gut“ gefalle ihm die Weltmeisterschaft bis jetzt, sagte Krankl. „Es fallen so viele Tore wie seit Jahren nicht mehr.“ Neue taktische Trends habe er bisher aber nicht ausmachen können. „Das Angriffspressing, das jetzt von allen gespielt wird, hat schon der FC Barcelona erfunden. Alle Systeme sind schon bekannt und werden von den Trainern flexibel eingesetzt. Teilweise wird die Formation sogar während des Spiels gewechselt. Van Gaal hat das zum Beispiel gemacht“, verwies der einstige Barcelona-Legionär auf den Coach der Niederlande.

„Leider Gottes ist mein persönlicher Favorit Spanien schon heimgefahren“, bedauerte Krankl. Auch für die ebenfalls früh gescheiterten Italiener, Engländer und Portugiesen hegte er gewisse Sympathien. „Die Südamerikaner tun sich auf ihrem Kontinent einfach leichter, wobei die klimatischen Bedingungen nicht allein entscheidend sind. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit sind ja nicht überall gleich.“

Der neue Weltmeister wird laut Krankl aus dem Quartett Brasilien, Argentinien, Deutschland und Niederlande kommen. Die Südamerikaner würden eben vom Heimvorteil profitieren. „Wenn ich tippen müsste, würde ich eine südamerikanische Mannschaft nehmen. Und da würde ich eher zu Brasilien tendieren“, sagte er.

Am meisten überrascht hat Krankl Mexiko, das den Niederländern im Achtelfinale einen packenden Fight lieferte. „In der Vorrunde waren die Mexikaner enorm stark. Sie haben keine wirklich großen Spieler, haben das als Kollektiv aber mehr als wettgemacht“, meinte er. Auch die leidenschaftlich kämpfenden US-Amerikaner überzeugten den 61-Jährigen. „Sie werden von ihrem Spirit getragen, dass sie immer an den Sieg glauben. Die Einstellung der USA im Sport ist generell überragend, wahrscheinlich sogar die beste von allen Ländern.“

Eher enttäuscht zeigte sich Krankl von den afrikanischen Teilnehmern. Algerien und Nigeria schieden im Achtelfinale aus, Ghana, Kamerun und die Elfenbeinküste verabschiedeten sich bereits nach der Gruppenphase. „Von den Afrikanern hat man sich viel erwartet, aber sie stagnieren seit Jahren“. Noch bescheidener seien nur die Leistungen der asiatischen Vertreter gewesen, die allesamt in der Gruppenphase scheiterten.