Forschung als Motor für Medizin und die Region

Um weiter erfolgreich zu sein, braucht es mehr Innovation. Und dabei ist auch die Politik gefragt, appelliert der Pharma-Riese Novartis.

Von Cornelia Ritzer

Wien –Die gute Nachricht vorweg: „Novartis ist fest verankert in Österreich.“ So steht es in der Presseunterlage des Pharma-Unternehmens, und das bestätigt eine Studie des Wirtschaftsexperten Gottfried Haber. Die Ergebnisse: Die Beschäftigung und die Wertschöpfung, die vom Marktführer Novartis ausgehen, spielen bundesweit und regional eine beachtliche Rolle.

Das Unternehmen erwirtschaftet etwa ein Drittel des Umsatzes der gesamten Branche. 650 Millionen Euro jährlich beträgt die österreichweite Wertschöpfung, in Tirol kommen 3,4 Prozent der Wertschöpfung von Sandoz. An den zwei Tiroler Sandoz-Produktionsstandorten Kundl und Schaftenau sowie in Unterach am Attersee und bei Novartis Pharma in Wien sind insgesamt 4600 Mitarbeiter beschäftigt, 800 davon in der Forschung und Entwicklung.

Gerade auf diesem Gebiet sieht Ernst Meijnders, Sandoz-Geschäftsführer und Country Präsident von Novartis Austria, viele Herausforderungen. „Die Lebensverlängerung ist Segen und Herausforderung“, sagt der Novartis-Boss, und Medikamente „spielen dabei eine große und relevante Rolle“. Außerdem wächst in den nächsten Jahren die Weltbevölkerung um eine weitere Milliarde, es gibt immer mehr über 60-Jährige. Um innovativ zu bleiben, investiert Novartis jedes Jahr 100 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Und der Aufwand ist enorm.

Durchschnittlich 14 Jahre dauert es, bis ein neues Medikament entwickelt ist und auf den Markt kommt. 4,6 Mrd. Dollar müssen durchschnittlich investiert werden, derzeit laufen bei Novartis 200 Projekte. „Das ist ein großes Investment“, weiß Wolfgang Bonitz, Medical Director von Novartis Pharma. Doch das Unternehmen ist erfolgreich damit. Aktuell laufen etwa 50 klinische Studien in heimischen Krankenhäusern und Forschungsinstituten.

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Doch um als Standort wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es mehr. „Österreich ist ein reiches, aber teures Land“, fordert Meijnders, dass den Arbeitnehmern in Österreich „ein attraktives Nettogehalt bleibt“, damit Spitzenkräfte weiterhin gerne kommen. Auch in die Ausbildung und in die Infrastruktur für die Durchführung von kostenintensiven klinischen Studien müsse der Staat mehr investieren. Das müsse die Politik weniger als Ausgaben als als Investition in die Zukunft sehen, so der Tenor.

Als positiv in Österreich sehen die Novartis-Manager, dass in der Therapie von Krebserkrankungen die Medizin im Vergleich zu anderen Ländern schnell in den Markt und zu den Patienten kommt. Ob es so bleibt, sei mit Blick auf die Gesundheitsreform die große Frage. Derzeit werden 12 Prozent des Gesundheitsbudgets für Medikamente ausgegeben. Und kürzen sei keine Lösung, betont Mejin­ders, vielmehr gehöre der Zugang zu Medizin gesichert.


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