styriarte: Hopkinson Smith formte Sehnsuchts-Lautenklänge
Graz (APA) - Getreu dem diesjährigen styriarte-Motto „Im Zauber der Natur“ begaben sich der amerikanische Lautenspezialist Hopkinson Smith u...
Graz (APA) - Getreu dem diesjährigen styriarte-Motto „Im Zauber der Natur“ begaben sich der amerikanische Lautenspezialist Hopkinson Smith und die argentinische Sängerin Mariana Flores in die Wälder - zumindest in die der Gefühle. „O sweet Woods“ hieß das barocke Programm, bei dem die beiden am Donnerstagabend in Graz zwischen Melancholie a la John Dowland und wehmütigen spanischen Weisen wechselten.
Den Anfang im Minoritensaal machten vier Lieder von Dowland, wobei „O sweet Woods“ noch die heiterste Weise war, die anderen drei waren schwermütige Betrachtungen vergangener oder nie errungener Liebesfreuden. Hopkinson Smith schuf wie immer auf der Laute perfekte Klanggebilde, die die jeweiligen Stimmungen unaufdringlich transportierten. Mariana Flores sang mit weicher, bruchlos geführter Stimme, einzig die Textverständlichkeit ließ etwas zu wünschen übrig. Was vielleicht auch an der eher bedächtigen Weise lag, mit der sie jede einzelne Silbe formte und dehnte, wodurch die Melodien manchmal fast ein wenig zerfielen.
Smith konnte in zwei Soloabschnitten mit diversen Tänzen und Liedern seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen, spielte er doch zunächst Werke von Anthony Holborne auf der Laute und im zweiten Teil spanische Melodien von Gaspar Sanz auf einer besonders hell gestimmten Barockgitarre. Mariana Flores brachte beim spanischen Abschnitt hörbar mehr Farbe in ihren Gesang, selbst die wehmütigen Teile hatten noch etwas Hoffnungsvolles.
(S E R V I C E - Festival styriarte bis 20. Juli, http://www.styriarte.at )