Diebstahls-Prozess in Graz: Über eine Million Euro Schaden

Graz (APA) - Eine ungewöhnlich hohe Schadenssumme stellte der Staatsanwalt am Freitag bei einem Diebstahlsprozess in Graz in den Raum: Waren...

Graz (APA) - Eine ungewöhnlich hohe Schadenssumme stellte der Staatsanwalt am Freitag bei einem Diebstahlsprozess in Graz in den Raum: Waren im Wert von über einer Million Euro sollen drei Männer - von denen nur zwei zur Verhandlung erschienen waren - gestohlen haben. Die größten Posten waren drei Autos der Marke Mercedes, sechs Paletten Kaffee samt etlicher Gastromaschinen sowie eine ganze Lkw-Ladung Leder.

Zunächst ging es bei dem Prozess um den dritten Angeklagten, der gar nicht da war. „Im Akt ist er einmal ihr Bruder und einmal ihr Cousin“, meinte Richter Christoph Lichtenberg zu einem der Angeklagten. Nichts davon stimmt - „das schreibt jeder, wie er will“, meinte der Beschuldigte phlegmatisch. „Oder so, wie er glaubt, dass es richtig ist“, nahm der Richter die Beamtenkollegen in Schutz. Klar war nur, dass der Vermisste seine Gerichtsladung nicht behoben hatte. „Er ist in Bosnien verhaftet worden“, wusste der zweite Angeklagte zu berichten. „Er sollte aber in Slowenien sein“, wunderte sich der Richter.

Trotzdem wurde verhandelt, und Staatsanwalt Florian Farmer sprach in seinem Anklagevortrag von mehr als einer Million Euro Schaden, wobei der Zweitangeklagte den größeren Teil zu verantworten hat. Der erste war nicht bei allen Coups mit dabei. Er gab an, dass er sich zur Gänze schuldig fühle, während sein Bekannter bei einem strikten „nicht schuldig“ blieb. Zunächst erzählte er vom Kaffee-Diebstahl, bei dem sechs Paletten Kaffee, zehn Gastro-Kaffeemaschinen und ein Firmenstempel erbeutet wurden. Gesamtwert: 43.000 Euro. Weit schwerer wog aber das Entwenden einer ganzen Sattelschlepper-Ladung mit Leder, immerhin im Gesamtwert von 500.000 Euro. Und ganz zufällig fand man im Terminkalender des Zweitangeklagten am Tag des Diebstahls ein Ledersymbol vermerkt - der wollte allerdings nicht wissen, was das zu bedeutet hatte.

Sozusagen als „Draufgabe“ wurde dem nun dezimierten Trio auch noch der Diebstahl von drei Autos der Marke Mercedes (300.000 Euro) sowie eines Betonpumpwagens (200.000 Euro) angelastet. Da zahlreiche Zeugen befragt werden müssen, galt eine Vertagung schon zu Mittag als wahrscheinlich.