Gesellschaft

Stadtstrand in Wien, Linz, Graz: In Innsbruck „nicht möglich“

Von Brigitte Warenski...

Von Brigitte Warenski

Innsbruck –Mitten in der Wiener City schmeckt am Abend der Weißgespritzte im Liegestuhl am Strand der Donau einfach wirklich gut. Auch die Grazer könnten sich laut Gemeinderätin Martina Kaufmann einen Sommer „ohne ihren Citybeach nicht mehr vorstellen“. In den zehn Jahren ist er mittlerweile ein Stück gelebte Stadtkultur und eine Erholungsoase an der Mur im unmittelbaren Umfeld von Kunsthaus, Murinsel und Franziskanerkirche. „Über 28.000 Besucher im Sommer 2013 sprechen für sich selbst“, rührt die selbst begeisterte Citybeach­besucherin Kaufmann gern die Werbetrommel für ihren Stadtstrand. Aber auch die Linzer dürfen sich zwar nicht wie erhofft bereits heuer, sondern erst ab 2015 freuen. Dank der Facebook-Initiative „Linz braucht einen Strand“ liegt ein Konzept der Kunstuni vor, das eine große Sandinsel mit Pflanzen als Schattenspender sowie eine Wassermulde in Ellipsenform auf der Grünfläche und einem breiten kulinarischen Angebot zwischen Donau und Damm vorsieht. Auch in Salzburg spielt der Fluss eine große Rolle für die Städter. Seit 2010 freut sich die Surfcommunity über die „Almwelle“, die erste künstliche stehende Surfwelle in Österreich. Die Welle, die von der Stadt Salzburg finanziert und betrieben wird, hat sich bereits zum Vorbildprojekt für den deutschsprachigen Raum gemausert und zieht selbst im Herbst und Winter Surfer wie Zuschauer an.

Auf Surfwelle und Stadtstrand in Österreichs Landeshauptstädten können die Innsbrucker nur neidvoll hinblicken. Wie Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer sagt, „ist bei uns ein Strand im innerstädtischen Bereich wegen der dicht ans Ufer gehenden Bebauung nicht möglich. Wir müssten dafür den Walterpark auflassen oder Promenadenflächen verkleinern.“ Innsbruck habe als Ausgleich Strandflächen in der Reichenau, im Olympischen Dorf und am Flughafen. Ob sich mit dem geplanten Neubau der Markthalle „irgendeine Möglichkeit bietet, die den Inn mit einbindet, kann man derzeit einfach nicht sagen“. Gestorben dürfte auch die an der Sillmündung bei Innsbruck geplante stehende Welle für Surfer sein. Laut Abschlussbericht „funktioniert die Welle nicht oder ist nur mit enormen Kosten realisierbar“, zeigt sich Sportstadtrat Christoph Kaufmann selbst enttäuscht.