Renzi gegen deutsche Bundesbank-Einmischung in Italiens Polit-Debatte

Rom/Frankfurt am Main (APA) - Italiens Premier Matteo Renzi, der in dieser Woche die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, warnt vor Einmis...

Rom/Frankfurt am Main (APA) - Italiens Premier Matteo Renzi, der in dieser Woche die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, warnt vor Einmischung der deutschen Bundesbank in die Angelegenheiten seines Landes. „Aufgabe der Bundesbank ist es, ihre Statutenziele zu erfüllen und nicht, sich in Italiens politische Debatte einzumischen“, betonte Renzi.

„Ich respektiere die Arbeit der Bundesbank, die jederzeit bei uns willkommen ist, wenn sie mit uns sprechen will. Wir setzen jedoch voraus, dass Europa seinen Bürgern und nicht den deutschen oder den italienischen Banken gehört“, sagte Renzi bei einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Durao Barroso. Bei dem Treffen wurde auch die Besetzung von Spitzenstellen in der EU-Kommission diskutiert.

Renzi wies Befürchtungen zurück, der Streit um die Wachstums- und Stabilitätspolitik könnte die Beziehungen zu Berlin belasten. „Es gibt keinen Streit mit Deutschland über das Thema Flexibilität“, sagte Renzi. Italienische Medien hatten kritischen Worten von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zum Programm Renzis für die EU-Präsidentschaft Italiens besondere Bedeutung zugemessen.

„Ohne Stabilität gibt es kein Wachstum und ohne Wachstum gibt es keine Stabilität. Wenn wir nur von Stabilität sprechen, zerstören wir die Zukunft Europas“, warnte Renzi. Ziel der italienischen Ratspräsidentschaft sei es, den europäischen Bürgern wieder „Hoffnung, Leidenschaft und Enthusiasmus“ zurückzugeben.

~ WEB http://www.bundesbank.de ~ APA331 2014-07-04/13:46