„Ein reiner Männerklub ist furchtbar“
Von Cornelia Ritzer...
Von Cornelia Ritzer
Wien –Das 340 Quadratmeter große Erdgeschoss-Loft im hippen 7. Bezirk ist derzeit noch eine Baustelle. Ab Mitte August werden dort acht Mitarbeiter mit Präsidentin Angelika Mlinar und Direktor Josef Lentsch die NEOS-Parteiakademie bilden. Transparenz und Bürgerbeteiligung werden von der jungen Partei immer propagiert – und sollen natürlich auch in der pinken Parteiakademie, dem NEOS Lab, gelebt werden.
Als „kleine Thinktanks“ (Lentsch) des NEOS-Lab fungieren österreichweit mehr als 100 Freiwillige, die in Themengruppen etwa über Justiz oder Soziales diskutieren. Und so am derzeit dünnen Parteiprogramm mitschreiben. Eine große Aufgabe, vor der das NEOS-Lab steht, ist die Frauenförderung. Die ist vor allem Mlinar ein großes Anliegen. Dass derzeit im NEOS-Parlamentsklub nur eine Abgeordnete ist und der Frauenanteil bei den Themengruppen nur 25 Prozent beträgt, ist für sie „furchtbar“. Mlinar kann sich eine Quote in Form eines Reißverschlusssystems vorstellen: „Denn der Gedanke eines reinen Männerklubs ist furchtbar.“
Im Unterschied zu anderen Parteien wollen die NEOS mit ihrer Parteiakademie den Nachwuchs fördern, gleichzeitig aber auch eine offene Denkfabrik sein. „Offene Strukturen“ sind das Stichwort, das Josef Lentsch dabei mehrmals verwendet. So sei jeder eingeladen, „vorbeizuschauen und ‚Hallo‘ zu sagen“. 1,12 Millionen Euro Förderung bekommt die pinke Schnittstelle zwischen Partei und Parlamentsklub, mit Crowdfunding will man diesen Betrag aufstocken. Um „liberale Ideen in die politische Wirklichkeit umzusetzen“, formuliert Mlinar ein Ziel.
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