Wirbel um Fischer-Areal
Im Wörgler Gemeinderat wurde ein Dringlichkeitsantrag für eine Volksbefragung zum geplanten Sozialkompetenzzentrum am Fischer-Areal abgelehnt.
Von Wolfgang Otter
Wörgl –Eine Klageandrohung, der Antrag auf eine Volksbefragung und schließlich heftigste Wortgefechte im Wörgler Gemeinderat – was sich derzeit rund um das so genannte Fischer-Areal in der Unterländer Stadt abspielt, lässt Beobachtern kaum mehr auf eine Einigung hoffen. Die Gräben zwischen der SPÖ-Bürgermeisterin Hedi Wechner und der Volkspartei, dem bürgerlichgen Team Wörgl und den Grünen sind in dieser Frage abgrundtief. Dabei geht es um das Sozialkompetenzzentrum des gemeinnützigen Vereins Wirtschaftshilfe für Studenten Innsbruck (WIST) – die TT berichtete. Das Projekt soll jetzt Gegenstand einer Volksbefragung werden, die das Unabhängige Forum sowie die Freiheitliche Wörgler Liste mit der SPÖ mittels Dringlichkeitsantrag beantragte. Zwar gab es eine generelle Zustimmung dafür in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, aber über den Zeitpunkt und vor allem die Fragestellung konnte keine Einigung gefunden werden. Daher wurde der Antrag dem Ausschuss zugewiesen – sollte es keine außerplanmäßige Sitzung mehr geben, wird das Thema erst wieder im Herbst anstehen.
Für Grün-GR Alexander Atzl zum Beispiel war die Bedeckung der Kosten offen, er wusste von 700.00 Euro Miete jährlich, was Wechner zurückwies: Dies sei reine Spekulation. Für die beiden Vize-BM Evelin Treichl (VP) und Andreas Taxacher (Team Wörgl) ging es besonders noch um die offene Fragen, was entstehen soll und was dies kosten wird. Wechner meinte zwar: „Die WIST macht das, was wir uns wünschen. Wir müssen uns klar darüber werden.“ Für die Gegenseite waren die bisherigen Informationen trotzdem zu dünn. Treichl reklamierte, dass sich zuerst die Ausschüsse damit beschäftigen werden.
Der Streit ums Fischer-Areal hat noch eine weitere – in diesem Fall juristische – Front: der hinlänglich bekannte Servitutsvertrag, laut dem die Stadt einen Park von knapp 3000 Quadratmetern Größe auf dem Fischer-Areal anlegen darf. Mit einem Beschluss hat man im April im Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht und auch das Aufstellen eines Zaunes beschlossen. Die Umsetzung hat BM Wechner auf Eis gelegt, nach eigenen Worten, weil die WIST das Servitut anzweifelt und eine Besitzstörungsklage androhte – und sie daher Schaden von der Stadt abwenden wolle. Die rechtlichen Meinungen darüber gehen jedoch weit auseinander. Aber die Mehrheit des Wörgler Gemeinderats bekannte sich mittels eines Beharrungsbeschlusses nun neuerlich zum Anlegen des Parks.
Die ganze Angelegenheit wird nun dem Bezirkshauptmann vorgelegt – dieser muss laut Wechner prüfen, ob sie oder die Mehrheit des Gemeinderats Recht hat.
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