Natura 2000

LIFE-Projekt an der Isel könnte bis zu acht Millionen Euro nach Osttirol fließen lassen

Der WWF fordert, die Natura-2000-Gebietsabrenzung korrekt durchzuführen und attraktive EU-Förderungen abzuholen.

Lienz –Derzeit läuft der Countdown für die Ausweisung des Natura-2000-Gebietes an der Isel – die TT berichtete. Geht es nach einigen Bürgermeistern im Iseltal, soll das künftige Europaschutzgebiet nur ein „Fleckerlteppich“ von Schutzzonen werden, um damit weiterhin Kraftwerksvorhaben zu ermöglichen.

„Die Isel und ihre Seitengewässer sind aber eine untrennbare Einheit“, stellt Gebhard Tschavoll vom WWF klar. „Alle Flüsse und Bäche eines Flusssystems sind wie die Finger einer Hand, die nur funktionsfähig ist, wenn alle Finger dran sind. Deshalb muss eine fachlich korrekte Abgrenzung die gesamte Isel umfassen.“

Dies könnte sich, erklärt Tschavoll, auch finanziell auszahlen: Der WWF veröffentlichte ein Konzept für ein LIFE-Projekt an der Isel, das bis zu acht Millionen Euro nach Osttirol bringen könnte und die Isel nicht nur lebendiger, sondern auch sicherer vor Hochwasser machen soll. Mit dem Start der neuen LIFE-Förderperiode der EU erhalten die Nationalpark­gemeinden die Chance, in die nachhaltige Entwicklung der Region und in den Ökotourismus zu investieren. Der LIFE-Projektvorschlag des WWF basiert auf dem Nominierungsvorschlag 25 führender österreichischer Wissenschafter und liegt der Landesregierung und der EU-Kommission vor.

„Eine falsche Abgrenzung würde in Brüssel durchfallen. Für anerkannte Natura- 2000-Gebiete stehen hingegen substanzielle Förderungen zur Verfügung“, so Tschavoll. Bis zum 16. Oktober kann Österreich im so genannten LIFE-Naturschutztopf Projekte einreichen. Naturschutz-, Biodiversitäts- und Klimaprojekte werden von der EU mit insgesamt über 280 Millionen Euro gefördert. Mehr als 100 Millionen Euro davon entfallen auf Projekte des Natur- und Artenschutzes. Der WWF schlägt eine Kombination von ökologischen Wasserbauprojekten, Maßnahmen zur Verbesserung der Flusslebensräume, aber auch Impulse zur Förderung eines naturverträglichen Tourismus vor,.

„Beispiele für äußerst erfolgreiche LIFE-Projekte seien laut WWF etwa die Obere Drau in Kärnten oder der Tiroler Lech. Dort wurden insgesamt über zwölf Millionen Euro investiert und vorgezeigt, dass es viel lukrativer sein kann, die Natur zu erhalten, statt sie zu zerstören“, sagt Tschavoll. Der WWF ist überzeugt, dass der Herzfluss Osttirols – die Isel – ein wesentlicher Motor für die regionale Entwicklung sein kann. Als internationale Organisation ist der WWF an der Entwicklung und dem Management von zahlreichen Flüssen in Europa und darüber hinaus beteiligt und bietet der Landesregierung sein Know-how für die erfolgreiche Einreichung eines LIFE-Projekts an. (TT)