Fußball-WM: Kopfball-Schreck Hummels ebnet Deutschland den Weg
Rio de Janeiro (APA/dpa) - Wieder eine Standardsituation, wieder Mats Hummels, wieder per Kopf. Schon mit seinem Treffer beim 4:0 über Portu...
Rio de Janeiro (APA/dpa) - Wieder eine Standardsituation, wieder Mats Hummels, wieder per Kopf. Schon mit seinem Treffer beim 4:0 über Portugal erfüllte sich der Innenverteidiger einen „Kindheitstraum“, doch sein goldenes Tor beim 1:0 (1:0) gegen Frankreich auf dem Weg ins WM-Halbfinale war noch um einiges mehr wert - und das auch noch im Fußball-Heiligtum Maracana.
Hummels wurde am Freitag verdientermaßen zum Mann des Spiels gewählt. Wie schon beim Eckball zum WM-Auftakt vor zweieinhalb Wochen gegen Portugal legte Toni Kroos auch am Freitag in Rio de Janeiro auf. Den Freistoß lenkte der 25-jährige Hummels in der 13. Minute mit viel Durchsetzungsvermögen ins französische Tor.
Sein viertes DFB-Tor im 34. Länderspiel - und jedes Mal war er mit dem Kopf erfolgreich. „Maaaaaaaaaaaaaats“, jubelte sein verletzter Dortmunder Teamkollege Marco Reus via Twitter in der Heimat. Hummels, seit vier Jahren Nationalspieler, erlebt eine ereignisreiche erste WM. Überzeugend und als Torschütze trat er zum Turnierstart gegen Portugal auf. In Brasilien ein Tor zu schießen, war „einer der größten Träume, die ich als Kind hatte“, gestand Hummels, der nach Verletzungspausen „relativ gut ausgeruht“ und mit rund 20 Spielen weniger als andere in den Knochen in das Turnier ging.
Doch wieder eine Blessur, diesmal eine Oberschenkelverletzung, stellte seinen Start im Spiel zwei lange infrage. Tatsächlich pausieren musste der Dortmunder Abwehrchef dann krank im Achtelfinale gegen Algerien.
Hummels jubelte nicht nur vorne, sondern präsentierte sich auch im Abwehrzentrum als umsichtiger und abgeklärter Defensivmann. Schon vor der Pause klärte er gleich zweimal gegen Power-Stürmer Karim Benzema (11., 34.). Auch nach dem Seitenwechsel zeigte er Präsenz - offensiv nach Standards und defensiv. Wieder rettete er gegen Benzema (76.).
Doch bei allem Erfolg - Hummels wies auch auf die Schnelllebigkeit des WM-Geschäfts hin. „Ich weiß nicht erst seit 2012, dass ein Spiel den gesamten Eindruck relativ schnell schmälern oder korrigieren kann“, warnte Hummels vor zu viel vorzeitigem Lob. Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren etwa wurde der bittere Halbfinal-K.o. gegen Italien auch Hummels angelastet.
Dass Bundestrainer Joachim Löw schon das Kopfballtor Hummels gegen Portugal teuer zu stehen bekommt, dürfte dem 54-Jährigen reichlich egal sein. Denn wie sein Assistent und Standard-Fan Hansi Flick verriet, muss Löw ihn, Torwarttrainer Andreas Köpke und Teammanager Oliver Bierhoff zu einem gemeinsamen Essen einladen. Löw hatte gewettet, dass seinem Team bei der WM kein Treffer aus einer Standardsituation gelingt.
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