Ex-Guerillero in Guatemala wegen Massakers im Bürgerkrieg verurteilt
Guatemala-Stadt (APA/AFP) - In Guatemala ist erstmals eine ehemaliger Guerillero wegen eines Massakers an Zivilisten während des Bürgerkrieg...
Guatemala-Stadt (APA/AFP) - In Guatemala ist erstmals eine ehemaliger Guerillero wegen eines Massakers an Zivilisten während des Bürgerkrieges (1960-1996) verurteilt worden. Das Gericht in Chimaltenango, 60 Kilometer westlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt, befand Fermin Solano des Massenmordes und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit für schuldig und verhängte gegen ihn eine 90-jährige Gefängnisstrafe.
Solano war demnach verantwortlich für das Massaker an 22 Ureinwohnern im November 1988 in dem Dorf El Aguacate. Die Guerilleros warfen den dort lebenden Bauern vor, mit den Streitkräften des Landes zu kollaborieren.
Richter Walter Jimenez berief sich in der Begründung seines Urteils auch auf die Aussagen dreier ehemaliger Befehlshaber der Guerilla, die bezeugten, dass Solano, alias „Oberleutnant David“, in El Aguacate eigenmächtig und ohne Zustimmung seiner Vorgesetzten gehandelt habe. Solano wurde im Mai 2013 in Guatemala-Stadt verhaftet; er hatte auf nicht schuldig plädiert und seine Freilassung verlangt.
Während des jahrzehntelangen Bürgerkrieges in dem zentralamerikanischen Land wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 200.000 Menschen getötet. Ein Bericht der UNO machte für 93 Prozent der begangenen Menschenrechtsverbrechen staatliche Kräfte verantwortlich, drei Prozent wurden der Guerilla zugeschrieben.