styriarte: Spannender konzertanter „Freischütz“ mit Top-Sopran
Graz (APA) - Mit dem „Freischütz“ huldigte die styriarte am Freitag in der Grazer Helmut List-Halle erneut dem Natur-Motto, diesmal ging es ...
Graz (APA) - Mit dem „Freischütz“ huldigte die styriarte am Freitag in der Grazer Helmut List-Halle erneut dem Natur-Motto, diesmal ging es in die Wälder und Auen. Was Dirigent Michael Hofstetter mit dem Festspielorchester entfesselte, klang tatsächlich nach Naturgewalten, wenn auch gekonnt gezähmt. Der Arnold Schoenberg-Chor begeisterte in seiner Homogenität, Sarah Wegener sang eine wunderschöne Agathe.
Carl Maria von Webers „Freischütz“ ist der Inbegriff einer romantischen Spieloper, und funktioniert ganz offensichtlich auch konzertant recht gut. Zum zweiten Mal spielte das heuer erstmals formierte Festspielorchester des steirischen Festivals. Schon die Ouvertüre war ein erfreuliches Ereignis, denn Michael Hofstetter setzte auf ein klares Klangbild, die Musik erklang gefühlvoll, aber nicht süßlich. Straff und pointiert ging es dann weiter, schon der Chor zu Beginn ließ aufhorchen.
Die Sänger waren sehr ambitioniert bei der Sache und ließen fast vergessen, dass es nur ein Konzert war. Sarah Wegener sang eine hervorragende Agathe mit leuchtender Stimme und dabei oft zartestem Piano. Ihr zur Seite als Max stand mit Bernhard Berchtold ein heller, ehe lyrischer Tenor, der mit seiner Arie „Durch die Wälder, durch die Auen“ einen stimmigen Akzent setzte. Etwas ruppig klang der Kaspar von Sebastien Soules, während Georg Nigl (Samiel, Kilian) dämonisch-wild agierte und sang. Als Ännchen blond, süß, quirlig, mit beweglicher Stimme: Marie Friederike Schröder. Mathias Hausmann (Kuno), Tomas Kral (Ottokar) und Alfred Reiter (Eremit) rundeten das Ensemble gekonnt ab.
Auf ein paar zusätzliche Effekte wollte man - konzertante Fassung hin oder her - offenbar dennoch nicht verzichten, und so wedelte der wirklich ausgezeichnet singende Chor bei der Wolfschlucht-Szene mit Taschenlampen, um jenes Grauen zu erzeugen, das Hofstetter im Orchester sehr anschaulich erklingen ließ.
(S E R V I C E - Festival styriarte bis 20. Juli, http://www.styriarte.at )
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