Weitere Festnahme in Korruptionsaffäre um Dammprojekt in Venedig
Rom (APA) - Der Korruptionsskandal um das milliardenteure Unterwasser-Schleusensystem „Mose“ in Venedig, der vor einem Monat bereits zur Fes...
Rom (APA) - Der Korruptionsskandal um das milliardenteure Unterwasser-Schleusensystem „Mose“ in Venedig, der vor einem Monat bereits zur Festnahme des Bürgermeisters der Lagunenstadt, Giorgio Orsi, geführt hat, zieht weitere Kreise. Die Justizbehörden der Lagunenstadt haben den ehemaligen Parlamentarier Marco Milanese festgenommen.
Milanese, gegen den schon seit Wochen Ermittlungen liefen, wurde am Freitag von der Steuerpolizei in Rom verhaftet. Damit steigt die Zahl der Festnahmen im Zuge des Mose-Skandals auf 36. Der ehemalige Berater von Ex-Wirtschaftsminister Giulio Tremonti wird beschuldigt, vor vier Jahren von dem mit dem Mose-Bau beauftragten Konsortium Nuova Venezia Schmiergelder in Höhe von einer halben Million Euro kassiert zu haben. Dafür soll Milanese dem Konsortium öffentliche Finanzierungen zugeschanzt haben. Milanese soll die Schmiergelder zwischen April und Juni 2010 von Roberto Meneguzzo erhalten haben, dem Chef der in Vicenza beheimateten Gesellschaft Palladio Finanziaria und Drahtzieher der Affäre.
Für Milanese sind Schwierigkeiten mit der Justiz keine Neuigkeit. Bereits 2011 war er verdächtigt worden, Mitglied einer geheimen Vereinigung gewesen zu sein, die mit intransparenten Methoden Politik und Wirtschaft beeinflusst haben soll. Damals war der ehemalige Abgeordnete dank seiner parlamentarischen Immunität einem von den neapolitanischen Justizbehörden erlassenen Haftantrag entgangen. Die Abgeordnetenkammer hatte mehrheitlich gegen seine Festnahme gestimmt.
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