Papst appelliert in Region Molise für mehr Arbeitsplätze

Rom/Vatikanstadt (APA) - Papst Franziskus hat am Samstag bei seinem Besuch in der süditalienischen Region Molise auf die Schaffung von Arbei...

Rom/Vatikanstadt (APA) - Papst Franziskus hat am Samstag bei seinem Besuch in der süditalienischen Region Molise auf die Schaffung von Arbeitsplätzen gedrängt. Jeder Mensch habe das Recht, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, sagte Franziskus bei einem Treffen mit Arbeitern und Arbeitslosen in der Stadt Campobasso.

Franziskus plädierte für einen „Pakt für die Arbeit“ zwischen Unternehmern und Beschäftigten. Der Einsatz gegen die Arbeitslosigkeit müsse absolute Priorität haben. Besonders hob der Papst die Bedeutung von Forschung und Bildung für die zukünftige Arbeitswelt hervor. Zugleich sprach sich der Papst gegen Sonntagsarbeit aus. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei ein Gradmesser für die „menschliche Qualität“ unseres Wirtschaftssystems. Die Sonntagsarbeit, sagte Franziskus, interessiere nicht nur die Katholiken, sondern alle, und zwar „als ethische Wahl“.

„Der arbeitsfreie Sonntag - ausgenommen die notwendigen Dienste - bestätigt doch, dass die Priorität nicht dem Wirtschaftlichen gehört, sondern dem Menschlichen, dem Schenken; nicht den Handelsbeziehungen, sondern den Beziehungen der Familie und der Freundschaften, für die Gläubigen auch den Beziehungen zu Gott und der Gemeinde“, so der Heilige Vater.

Das Treffen mit den Arbeitnehmern war der Auftakt des eintägigen Pastoralbesuchs Franziskus‘ in der Region Molise, die besonders von der schweren Wirtschaftskrise betroffen ist. Danach zelebrierte der Papst mit Tausenden Gläubigen eine Messe in Campobasso.

Am Nachmittag fliegt Franziskus mit dem Helikopter nach Castelpretoso zu einer Begegnung mit Jugendlichen aus Diözesen der Regionen Abruzzen und Molise vor der Wallfahrtskirche der Stadt. Danach reist der Papst zur Strafanstalt der Stadt Isernia, wo ein Treffen mit Gefangenen vorgesehen ist. Es folgt eine Begegnung mit kranken Menschen in der Kathedrale von Isernia. In der Stadt wurde im Jahr 1209 Pietro de Murrone geboren, der 1294 als Cölestin V. wenige Monate nach der Papstwahl zurücktrat. Bis zum Rücktritt von Benedikt XVI. (2005-2013) galt er als der letzte Papst, der freiwillig von seinem Amt zurückgetreten ist.