Großbrand eines Gasthofes in Tamsweg noch nicht gänzlich gelöscht
Tamsweg (APA) - Der am Freitagnachmittag ausgebrochene Großbrand im Gasthof „Gambswirt“ in Tamsweg war auch am Samstag gegen Mittag noch nic...
Tamsweg (APA) - Der am Freitagnachmittag ausgebrochene Großbrand im Gasthof „Gambswirt“ in Tamsweg war auch am Samstag gegen Mittag noch nicht zur Gänze gelöscht. „Zur Zeit gibt es noch nicht ‚Brand aus‘. Der Dachstuhl muss abgetragen werden, um noch Glutnester ausfindig zu machen“, schilderte Ortsfeuerwehrkommandant Hans-Peter Seitlinger im APA-Gespräch. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten verletzt.
Das 500 Jahre alte Gebäude am Marktplatz im Zentrum von Tamsweg ist zum Teil einsturzgefährdet. Es wurde baupolizeilich gesperrt. Beamte des Landeskriminalamtes Salzburg und ein Brandsachverständiger ermitteln derzeit nach der Brandursache. Erste Vermutungen, ein technischer Defekt habe das Feuer im Dachboden am Freitag gegen 16.00 Uhr ausgelöst, wurden bisher nicht bestätigt. Laut einem Ermittler könnte der Brand im Bereich der Lüftungsanlage ausgebrochen sein.
Zum Zeitpunkt des Brandausbruches waren die Nächtigungsgäste des Traditionswirtshauses mit Freizeitaktivitäten beschäftigt und deshalb außer Haus. „Nach umfassender Erkundung des gesamten Gasthofes durch die eingesetzten Atemschutztrupps traf um 16.53 Uhr die erste positive Meldung des laufenden Einsatzes ein, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befinden und niemand verletzt wurde“, berichtete die Freiwillige Feuerwehr Tamsweg am Freitag gegen 22.00 Uhr.
Die Urlauber wurden in Ausweichquartieren untergebracht. Laut Polizei mussten die angrenzenden Häuser vorübergehend evakuiert werden. Der Marktplatz wurde großräumig abgesperrt. Die Feuerwehr konnte aber ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern.
Anfangs wurde Alarmstufe drei ausgerufen. Wegen der Unzugänglichkeit und Größe des Brandherdes erhöhte der Einsatzleiter um 16.18 Uhr auf Alarmstufe vier. Seither standen etwas mehr als 300 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Lungau im Einsatz. Angefordert wurde zudem eine Drehleiter aus Obertauern und Bischofshofen und auch die Teleskophebebühnen aus St. Johann und Golling. Allein 50 Atemschutztrupps kämpften gegen die Flammen an. Deshalb wurde auch das Atemschutzfahrzeug aus dem Bezirk Pongau als Reserve alarmiert.
Die Einsturzgefahr im Gebäude ließ keinen weiteren Innenangriff mehr zu, informierte die Feuerwehr Tamsweg. „Dies machte einen weiteren Außenangriff über das Dach unvermeidbar. Der mehrschichtige Aufbau der Dachhaut forderte den Einsatz von zusätzlichen Kränen und Spezialwerkzeugen.“ Für einen waagrechten Löschangriff wurde der Dachstuhl mithilfe größerer Kräne sukzessive abgetragen.
Bis Freitagnacht waren 308 Feuerwehrleute mit 48 Einsatzfahrzeugen im Einsatz. Das Rote Kreuz stand mit 32 Helfern bereit. Am Samstagvormittag waren noch 146 Feuerwehrleute mit Nachlösch- und Sicherungsarbeiten beschäftigt. Der Marktplatz war noch gesperrt. „Unser Ziel ist ‚Brand aus‘ am späten Nachmittag“, sagte Ortsfeuerkommandant und Einsatzleiter Seitlinger. Der Feuerwehrmann, der sich verletzt hatte, wurde in die Augenklinik nach Salzburg gebracht.
Der finanzielle Schaden geht in die Millionenhöhe. Ob das Gebäude renoviert oder abgetragen wird, stand vorerst noch nicht fest.
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