Geistlicher: Kalifat der Jihadisten verstößt gegen Scharia
Doha (APA/AFP) - Die Ausrufung eines Kalifats durch die Jihadisten im Irak und in Syrien verstößt nach Einschätzung eines einflussreichen su...
Doha (APA/AFP) - Die Ausrufung eines Kalifats durch die Jihadisten im Irak und in Syrien verstößt nach Einschätzung eines einflussreichen sunnitischen Geistlichen gegen das islamische Recht. Die Einführung eines grenzüberschreitenden Gottesstaats sei zwar wünschenswert, das Vorgehen der Extremisten sei aber nicht vereinbar mit der Scharia, erklärte der in Katar ansässige Prediger Yussef al-Karadawi am Samstag.
Der in Ägypten geborene Kleriker, der als graue Eminenz der dortigen Muslimbruderschaft gilt, warnte vor den „gefährlichen Folgen für die Sunniten im Irak und den Aufstand in Syrien“.
In einer Erklärung der von Karadawi angeführten Union muslimischer Gelehrter hieß es, das Handeln der „Gruppe, die für ihre Gräueltaten und radikalen Ansichten bekannt ist, schadet dem islamischen Projekt“. Einem Kalifat müsse die Gesamtheit der Muslime zustimmen. Der Titel könne nicht von einer einzigen Gruppierung beansprucht werden.
Nach ihrem Vormarsch im Norden und Westen im Irak hatte die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS) vor einer Woche einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat ausgerufen. Das „Kalifat“ erstrecke sich von der Region Aleppo im Norden Syriens bis zur Region Diyala im Osten des Irak, teilte die radikalsunnitische Organisation mit, die sich seitdem Islamischer Staat (IS) nennt.
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