Weitere Zusammenstöße nach Tod von palästinensischem Jugendlichen
Tel Aviv/Gaza (APA/AFP/Reuters) - Nach der Entführung und Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen haben sich die Proteste am Samstag ...
Tel Aviv/Gaza (APA/AFP/Reuters) - Nach der Entführung und Ermordung eines palästinensischen Jugendlichen haben sich die Proteste am Samstag von Ost-Jerusalem ins Zentrum und in den Norden Israels ausgeweitet. In mehreren von arabischen Israelis bewohnten Orten gab es Zusammenstöße. Straßen wurden blockiert, vorüberfahrende Autos mit Brandsätzen und Steinen beworfen, dutzende Demonstranten festgenommen.
Die israelische Polizei meldete Zusammenstöße in den Städten Taibeh im Nordosten des Landes, in Jaljulia und Kalansuwa im Zentrum sowie in Fahm, Arara und Nazareth. Der Minister für Innere Sicherheit, Yitzhak Aharonovitch, erklärte bei einem Besuch im Norden des Landes dennoch, er sehe keine Anzeichen für einen neuen Palästinenseraufstand. Laut Polizei wurden seit Freitagabend rund 35 Palästinenser und arabische Israelis festgenommen.
Festgenommen wurde auch Tarik Abu Khudair (Chdeir), ein 15 Jahre alter Cousin des am Mittwoch ermordeten Mohammed Abu Khudair. Seine Eltern sagten der Nachrichtenagentur AFP, Tarik sei bereits am Donnerstag verhaftet worden, nachdem er von Polizisten verprügelt worden sei. Ein im Internet verbreitetes Video zeigt, wie offenbar ein israelischer Grenzpolizist auf einen am Boden liegenden Menschen einschlägt und -tritt, bevor er den Bewusstlosen gemeinsam mit einem Kollegen fortzerrt. Eine Polizeisprecherin konnte nicht bestätigen, dass es sich bei dem Opfer Tarik Abu Khudair handelte. Das Video sei jedoch bei der Festnahme von sechs Palästinensern, darunter Abu Khudair, gefilmt worden.
Der junge Palästinenser Mohammed Abu Khudair war am frühen Mittwochmorgen in Ost-Jerusalem verschleppt worden. Stunden später wurde seine verbrannte Leiche nahe einem Waldstück im Westteil der Stadt gefunden. Laut am Samstag veröffentlichten Autopsie-Ergebnissen wurde der Jugendliche offenbar bei lebendigem Leib verbrannt. Es wird vermutet, dass Abu Khudair als Rache für die Verschleppung und Ermordung von drei israelischen Teenagern im Westjordanland sterben musste. Palästinenser verdächtigen jüdische Extremisten der Tat.
Unterdessen wurden vom Gazastreifen aus erneut Raketen und Granaten auf israelisches Gebiet abgefeuert. Laut Militärangaben wurden am Samstag mindestens 18 Angriffe mit Raketen und Mörsergranaten gezählt. Ein Soldat sei leicht verletzt worden. Das Abwehrsystem „Iron Dome“ habe über Beersheba und Ashkelon vier Raketen abgefangen. Israelische Kampfflugzeuge griffen Trainingslager des militärischen Arms der radikalislamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen an.
(S E R V I C E: Das Video von der Festnahme im Internet: www.youtube.com/watch?v=HDENWwEDGr4 )
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