Tennis: Tschechien liegt Wimbledon-Siegerin Kvitova zu Füßen

London (APA/dpa) - Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova hat ihren zweiten Erfolg an der Church Road genossen. „Es ist ein bisschen so wie Fed Cu...

London (APA/dpa) - Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova hat ihren zweiten Erfolg an der Church Road genossen. „Es ist ein bisschen so wie Fed Cup, wenn ich in Tschechien spiele. Ich fühle das Publikum. Mein Magen ist ein bisschen komisch. Es ist einfach Gänsehaut“, sagte die 24-jährige nach ihrer beeindruckenden Vorstellung gegen die aufstrebende Kanadierin Eugenie Bouchard.

Das Finale am Samstag war einseitig: 6:3,6:0, 55 Minuten, 28:8 Gewinnschläge für Kvitova. Es war ein Sieg, der seinen Platz in der Geschichte sicher hat. Es war das klarste Ergebnis seit 1992 und der kürzeste Auftritt seit 31 Jahren, als Martina Navratilova die US-Amerikanerin Andrea Jaeger in 54 Minuten besiegte. Egal, welche Schläge Kvitova versuchte, sie klappten. „Es bedeutet mir alles. Tennis hier ist Tennis-Historie“, befand die strahlende Siegerin.

Mit beiden Händen zur Faust geballt, jubelte Navratilova, als Kvitovas Name ein zweites Mal auf der Siegerliste stand. Kaum eine weiß wohl besser als die tschechisch-amerikanische Rekord-Wimbledonsiegerin, wie einen die Emotionen nach einem Tennis-Coup auf dem „heiligen Rasen“ übermannen. „Eine unglaubliche Power-Vorstellung“, lobte die 57-Jährige und postete ein gemeinsames Bild. Navratilova war ihr Jugendidol, nun sagt Kvitova: „Ich bin einfach glücklich, diesen großen Fan zu haben.“

In ihrer Heimat wurde Kvitova überschwänglich gefeiert: „Ganz Tschechien liegt ihr abermals zu Füßen“, schrieb „Nedelni Blesk. „Nedelni Sport“ formulierte blumig: „Mit ihren Bällen könnte Kvitova wohl auch von der Umkleidekabine aus noch den Court treffen.“ Die zwölffache Turniersiegerin hofft, mit dem Rummel besser umgehen zu können als 2011, sie will nicht wieder drei Jahre auf ein großes Finale warten.

Auch Bouchard, von vielen nur „Genie“ genannt, gehört die Zukunft, selbst wenn sie anerkennen musste, dass ihre Final-Kontrahentin unverwundbar auftrat. Mit erst 20 Jahren besticht sie mit einer imponierenden Konstanz. Als erste Spielerin seit 2009 schaffte sie jeweils bei den ersten drei Majors jeweils die Halbfinalteilnahme. Am Montag wird sie als Siebente erstmals unter den besten 10 der Welt sein.

„Ich bin nie zufrieden, ich will noch viele Grand-Slam-Finals spielen“, sagte die Nordamerikanerin nach ihrer Premiere. Bouchard erwartet immer nur das Beste von sich. „Es ist ein schwerer Weg, so gut zu werden, wie ich will“, sagte Bouchard. Seit sie neun Jahre alt ist, träumt sie von einem Grand-Slam-Titel. Nun sehnte sie sich aber erst einmal nach der Couch - und gönnte sich einen Brownie.