Innenpolitik

Finales Hypo-Match vor der Sommerpause

Die letzte Plenarwoche des Nationalrats bringt diese Woche eine Fülle an Gesetzesbeschlüssen. Das größte Paket ist jenes zum Hypo-Abbau.

Wien –Rechtzeitig vor der Sommerpause erledigt der Nationalrat jene Materie, die Österreich derzeit am meisten beschäftigt: Der Abbau der Hypo Alpe Adria wird gesetzlich fixiert. Gleich am Dienstag werden sich die Abgeordneten ein weiteres Mal in Sachen Hypo matchen. Denn das Gesetzespaket, das den Abbau der Kärntner Problembank fixiert, ist alles andere als unumstritten. Vor allem dass Nachrang-Gläubiger mit Kärntner Landeshaftung um ihre Ansprüche zur Gänze umfallen sollen, könnte zu juristischen Problemen führen, glaubt die Opposition. Die hätte ohnehin eine Insolvenz bevorzugt und wird dies wohl ein weiteres Mal ausführlich kundtun.

Auch der traditionelle Antrag auf U-Ausschuss in Sachen Hypo dürfte nicht fehlen. Jedenfalls debattiert werden diverse Petitionen und Bürgerinitiativen für einen Untersuchungsausschuss der Causa, etwa eine von Kabarettist Roland Düringer ini­tiierte, die eben solch einen Untersuchungsausschuss gefordert hatte.

Auch eine zweite Finanzmaterie wird von Interesse sein. Selbstanzeigen bei der Steuer werden teuer. Je nach hinterzogener Summe fällt ein Strafzuschlag zwischen fünf und 30 Prozent an. Bisher blieb man von solchen Bußen verschont, wenn es sich um ein erstmaliges Vergehen handelte.

Noch gerungen wird um das ohnehin bereits verzögerte Energieeffizienzgesetz. Zuletzt sah es so aus, als könnte die Koalition die Grünen dazu bewegen, die notwendigen Stimmen für die Verfassungsmehrheit beizusteuern. Das Paket soll neben der gesetzlichen Verpflichtung für große Unternehmen zur Einführung eines Energiemanagementsystems auch eine Pflicht für Energielieferanten zur Verbesserung von Energieeffizienz bringen.

Fix ist, dass am Mittwoch das Parlament einhellig den Weg zur Sanierung des Hohen Hauses freimacht. Als Kostenrahmen für die mit 2017 beginnende Sanierung sind 352,2 Millionen vorgesehen. Beendet wird der Streit um höhere Spesen für Abgeordnete. Die ursprünglich geplante deutliche Anhebung kommt nicht, stattdessen gibt es eine kleine Indexanpassung. Dafür dürfen sich die parlamentarischen Mitarbeiter über eine deutliche Aufstockung ihres Salärs freuen.

Ansonsten sticht die Reform der Strafprozessordnung ins Auge, die Staatsanwälten eine Frist von drei Jahren zur Erledigung von Fällen setzt. In großen Schöffenfällen wird ein zweiter Berufsrichter eingesetzt, wiederkehrt das Mandatsverfahren (ohne Gerichtsverhandlung), allerdings nicht bei Delikten, bei denen eine unbedingte Haftstrafe droht.

Endgültig erledigt wird seitens des Bundes noch der 15a-Vertrag mit den Bundesländern zum Ausbau der Kinderbetreuung. Wollen Betreiber eine Förderung erhalten, müssen sie mindestens 45 Wochen im Jahr offenhalten. Insgesamt stellt der Bund den Ländern zwischen 2014 und 2017 305 Mio. Euro zur Verfügung. Ein anderer Bund-Länder-Pakt wird geändert, nämlich jener zur Ganztagesschule. In diesem Fall geht es darum, dass 50 Millionen, die bereits heuer zur Verfügung gestanden wären, nun erst 2017 und 2018 abgeholt werden können, um es Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zu ermöglichen, ihren Budgetkurs zu halten. (APA)