Kurt Masur möchte nicht vergessen werden

Berlin/Leipzig (APA/dpa) - Der Leipziger Stardirigent Kurt Masur hat sich nie dagegen gewehrt, „Karajan des Ostens“ genannt zu werden. „Es w...

Berlin/Leipzig (APA/dpa) - Der Leipziger Stardirigent Kurt Masur hat sich nie dagegen gewehrt, „Karajan des Ostens“ genannt zu werden. „Es war eigentlich ein Witz, aber gestört hat es mich nicht. Vor allem, weil ich viel von Karajan selber gehalten habe“, sagte der 86-Jährige der „Welt am Sonntag“ über den österreichischen Dirigenten (1908 - 1989).

Masur ist an Parkinson erkrankt und muss nach einer Hüftoperation im Rollstuhl sitzen. Dennoch hat er kürzlich wieder in der Berliner Philharmonie dirigiert. „Durch die Krankheit bin ich in die Gefahr eines Stillstands geraten. Aber ich habe festgestellt: Für mich gibt es nur eines - weitermachen“, sagte der Ehrendirigent des Gewandhausorchesters und frühere Chefdirigent der New York Philharmoniker. Ehrgeiz spiele keine Rolle. „Aber das Gefühl und die Angst: Wenn du loslässt, wird man dich vergessen.“