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Flüchtlings-Aufgriff in Tirol: Fast alle werden wieder abgeschoben

In einem Zug aus Italien sind Samstagabend 94 illegale Flüchtlinge aufgegriffen worden, die Menschen stammen überwiegend aus Syrien. Lediglich ein Mann stellte einen Asylantrag, alle anderen werden zurück nach Italien abgeschoben.

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Die Flüchtlinge wurden von der Polizei in das Anhaltezentrum in der Bundespolizeidirektion gebracht.
© Daniel Liebl

Innsbruck – Der überwiegende Teil jener in einem Reisezug in Tirol am Samstagabend aufgegriffenen Flüchtlinge wird nach Italien abgeschoben. Bei der Erstbefragung durch Beamte der Tiroler Polizei stellte lediglich ein Mann aus Eritrea einen Asylantrag, teilte der zuständige Einsatzleiter mit. Er wird in die Erstaufnahmestelle nach Thalham (Oberösterreich) gebracht.

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Die anderen 93 Personen - darunter 28 Kinder - sollten bis Montag von den italienischen Behörden übernommen werden. 91 Personen der Gruppe stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, die anderen drei aus Eritrea. Die Kinder seien in der Begleitung ihrer Eltern oder von Verwandten, hieß es. Die Nacht hatten sie im Anhaltezentrum der Landespolizeidirektion in Innsbruck verbracht.

Größter Aufgriff seit Jahren

Es handelte sich um „einen der größten Aufgriffe von Flüchtlingen in Tirol seit Jahren“, wurde von der Polizei betont. Ziel der Flüchtlinge war offenbar Deutschland. Die Gruppe wurde zunächst in die Landespolizeidirektion untergebracht, wo die rechtliche Erstabklärung durch die Polizei erfolgte. Das Rote Kreuz versorgte die Flüchtlinge, heißt es im Polizeibericht. Das Bezirksrettungskommando organisierte Getränke, Essen, Feldbetten sowie Sanitäter und eine Notärztin, welche die medizinische Sicherheit der Betroffenen sicherstellte.

Die Flüchtlinge waren am Samstagabend kurz vor 21 Uhr in einem Zug, der von Italien nach Deutschland unterwegs war, aufgegriffen worden. Wie Harald Baumgartner von der Landespolizeidirektion der Tiroler Tageszeitung am Samstagabend sagte, „hat ein Zugbegleiter die Polizei informiert“.

Aus Italien oder einem anderen sogenannten sicheren Drittland eingereiste Flüchtlinge werden in der Regel gemäß EU-Regelung in das Drittland zurückgeschoben. Laut der so genannten Dublin II-Verordnung ist in der EU jenes Land für die Asylsuchenden zuständig, in dem sie erstmals europäischen Boden betreten. Italien erlebt seit Monaten einen Rekordansturm von Flüchtlingen und klagt immer wieder, von seinen europäischen Nachbarländern mit dem Problem allein gelassen zu werden. (tt.com, APA)


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