Ein Festgelage mit Kanonendonner

Über die Erstürmung der Festung Kufstein wurde ein Ritterspiel geschrieben. Die Aufführungen sind für Herbst geplant.

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© Top City/Koffou

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Es sind die letzten Tage und Stunden von Hans von Pienzenau. Jenem Kufsteiner Burgherrn, der es wagte, Kaiser Maximilian die Stirn zu bieten und die Festung Kufstein nicht aufgeben wollte. Doch die wehrhafte Burg ist bedroht. Der Kaiser hat seine größten Feldschlangen holen lassen. Ihre Namen sind jedem (Tiroler) Schulkind geläufig: Purlepaus und Weckauf heißen die Riesenkanonen, die auf die Wälle der Burg über Kufstein gerichtet sind. Und während die Monstergeschosse die Mauern der Festung kurz und klein schießen, wird drinnen diniert.

Ob vor über fünfhundert Jahren Pienzenau angesichts der Bedrohung überhaupt noch Hunger hatte, sei dabei dahingestellt. Die Besucher der „Theater-Tafeley“ sollten es auf alle Fälle haben. Denn während beim Theaterstück „Der Festungsteufel“ aus der Feder von Ernst Spreng die Geschichte der Erstürmung der Festung im Jahre 1504 etwas frei erzählt wird, kommt zugleich Erlesenes aus der Küch­e auf die Tische.

„Dabei haben wir die Lieblingsgerichte von Kaiser Maximilian zu einem Menü zusammengestellt“, erzählt Emanuel Präauer von der Top City. Präauer hatte die Idee zu diesem von Kanonendonner und kurzweiligem Theaterstück begleiteten Essen.

„Nachdem es bereits Krimi-Diner und Ähnliches zuhauf gibt, haben wir uns gedacht, wir müssen ganz was Neues bringen, und was bietet sich da mehr an als ein Theaterstück über die Erstürmung der Festung?“, erzählt Präauer. Der Tiroler Autor Ernst Spreng setzte die Geschichte mit einigen historischen Freiheiten um und holt die Gäste gleich von Anfang an mit ins Stück. Denn bei der Theater-Tafeley wird nicht nur zugeschaut.

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Das Stadttheater Kufstein setzt die Geschichte von Spreng um. Zu sehen sind dabei: Reinhard Exenberger, Franz Osl, Birgit Rieder, Albin Winkler, Bianca Gröters und Hannes Exenberger. Regie führt Reinhard Exenberger.

„Das Stück ist im Herbst am 20. September und am 15. November zu sehen. Es kann zudem für Gruppen, zum Beispiel von Firmen, gebucht werden“, berichtet Präauer, Chef der Kufsteiner Stadtmarkting und Festungsvermarkter.

Die Festung selbst erfreut sich ungebrochener Beliebtheit bei Urlaubern und Einheimischen. Jährlich statten an die 180.000 Personen der imposanten Anlage mit ihren vielen Attraktionen einen Besuch ab.


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