Unwetter im Unterland

Heftige Murenabgänge trafen schon wieder die Kelchsau

Teile des Seitentals bei Hopfgarten wurden am Samstag erneut von der Außenwelt abgeschnitten. Zu massiven Vermurungen kam es in der Innerkelchsau.

Hopfgarten, Angerberg, Bad Häring – Erneut habe­n am Samstag Unwetter das Tiroler Unterland heimgesucht, und schon wieder war es die Kelchsau bei Hopfgarten, die besonders betroffen war. So waren Teile des Seitentales erneut von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Straße stand zum Teil unter Wasser oder wurde von Erdrutschen verlegt. „Bis Innerkelchsau ist die Zufahrt möglich, aber dann hat die Ache die Straße verlegt“, berichtet Josef Ehrlenbach, Vizebürgermeister der Gemeinde Hopfgarten. Von massiven Vermurungen durch den Steinerbach in der Innerkelchsau berichtet die Feuerwehr. So wurden durch eine Mure auch vier Häuser in der Innerkelchs­au in Mitleidenschaft gezogen. Mit zwei Radladern werde versucht, das Geröll zu beseitigen.

Glück hatten viele Radfahrer. Ein Radrennen, welches gestern Nachmittag in der Kelchsau hätte stattfinden sollen, wurde wegen des heranziehenden Gewitters nicht gestartet.

In den vergangenen Wochen war die Kelchsau mehrmals von Unwettern betroffen. „Wir hatten aber trotzdem Glück, es sind wieder keine Personen zu Schaden gekommen“, sagt Ehrlenbach. Wie es im Kurzen Grund, einem weiteren Seitenarm der Kelchsau, aussieht, kann er noch nicht sagen, da der Bereich abgeschnitten ist.

Einsätze auch in Bad Häring und Angerberg

Auch in Bad Häring und in Angerberg mussten die Feuerwehren ausrücken. In Bad Häring galt es, die Keller von vier Einfamilien­häusern auszupumpen, und in Angerberg drohte ein kleiner Hangrutsch. Hier bestand aber keine Gefahr für Gebäude oder Straßen.

Am Sonntagvormittag waren die Aufräumarbeiten noch im Gange. „Am Nachmittag sollten wir wieder annähernd Normalität haben“, meinte Feuerwehrkommandant Hans Peter Wurzenrainer. Insgesamt 30 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

Starkregen hatte bereits am vergangenen Wochenende in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein lokal für Hangrutsche und Vermurungen gesorgt. So traten etwa in Kirchberg in kurzer Zeit zwei Bäche über die Ufer und vermurten eine Landesstraße auf einer Länge von rund 300 Metern. (aha)